Cusco war anders als erwartet
5:30 Uhr morgens am Flughafen von Lima.
Noch schnell ein Foto, halb verschlafen und gleichzeitig voller Vorfreude. Rucksack auf den Schultern, Boardingkarte in der Hand und dieses typische Reisegefühl, das wahrscheinlich jeder kennt, der gerne unterwegs ist:
Heute beginnt etwas Besonderes.

Der Flug nach Cusco stand schon lange auf unserer Wunschliste. Die ehemalige Hauptstadt der Inka. Umgeben von Bergen, Geschichte und dieser ganz besonderen Atmosphäre, die manche Orte schon ausstrahlen, bevor man überhaupt angekommen ist.

Als wir in den Flieger stiegen, ahnten wir allerdings noch nicht, dass genau dieser Flug unsere Reisepläne komplett verändern würde.
Neben Charly saß ein Bolivianer. Ein Reiseleiter. So begann eine dieser zufälligen Begegnungen, die wahrscheinlich nur auf Reisen passieren. Man kommt ins Gespräch, erzählt ein bisschen von seinen Plänen und plötzlich sitzt da jemand neben dir, der genau die Gegend kennt, in die du als Nächstes reisen möchtest.
Wir erzählten ihm von unserer geplanten Route:
Copacabana. La Paz. Uyuni. Die berühmte Salzwüste in Bolivien.
Er hörte aufmerksam zu, schaute uns kurz an und sagte dann ganz ruhig:
„Ich glaube nicht, dass ihr diese Reise machen werdet.“

Im ersten Moment mussten wir fast lachen. Nicht aus Unsicherheit, sondern weil man in diesem Moment noch voller Vorfreude ist. Man denkt an Berge, Landschaften, Abenteuer und nicht an politische Unruhen oder gesperrte Straßen.
Doch je länger wir mit ihm sprachen, desto stiller wurden wir.
Er erklärte uns die aktuelle Situation in Bolivien, sprach von Straßensperren, Demonstrationen und zunehmenden Problemen rund um La Paz. Genau dort, wo unsere Reise eigentlich weitergehen sollte.

Und während wir noch darüber nachdachten, begann draußen langsam einer der schönsten Anflüge, die wir jemals erlebt haben.
Plötzlich tauchten unter uns die Anden auf.

Schneebedeckte Gipfel.
Tiefe Täler.
Wolken, die zwischen den Bergen hingen, als hätte jemand sie dort absichtlich platziert.

Und dann dieser Anflug auf Cusco.

Sagen wir es einmal so:
Unser Pilot war definitiv sehr motiviert.
Irgendwann hatte ich kurz das Gefühl, der Flügel streift gleich einen Berggipfel. Charly grinste nur entspannt neben mir, während ich innerlich schon damit beschäftigt war, sämtliche Schutzengel gleichzeitig zu aktivieren.
Aber ehrlich?
Genau diese Landung machte den Moment irgendwie unvergesslich.
Denn plötzlich lag Cusco vor uns.
Mitten zwischen den Bergen.
Beeindruckend.
Wild.
Und ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.
Und obwohl wir gesund und problemlos landeten, hatte ich schon beim Aussteigen dieses Gefühl:
Diese Reise wird anders werden als geplant.
Im Hotel angekommen, ließen wir erstmal alles kurz sacken.

Cusco.
3400 Meter.
Andenluft.
Und dieses seltsame Gefühl im Kopf, dass die Reise gerade dabei war, sich komplett neu zu sortieren.
Eigentlich hätten wir einfach nur ankommen sollen.
Stattdessen saßen wir plötzlich beim Frühstück über Handys, Flugseiten, Hotels und verschiedenen Möglichkeiten verteilt.
Wir fuhren mit dem Vistadome, dessen große Panoramafenster sogar bis ins Dach reichen. Dadurch konnten wir die wunderschöne Landschaft mit den gewaltigen Bergen, den grünen Tälern und dem rauschenden Fluss die ganze Zeit in vollen Zügen genießen.
Bolivien?
Doch noch?
Direkt nach Brasilien?
Mehr Peru?
Meer statt Salzwüste?
Gefühlt entstanden im Laufe dieses Frühstücks mindestens sechs neue Reisepläne. 😄

Und jedes Mal sagte einer von uns:
„Oder wir machen einfach ganz etwas anderes.“
Irgendwann mussten wir selbst lachen.
Denn obwohl draußen gerade die Sonne über Cusco aufging, saßen wir mitten in einer spontanen Reise-Neuorganisation.
Aber genau das liebe ich mittlerweile am Reisen:
Man lernt, Pläne loszulassen.
Und plötzlich entstehen daraus oft die schönsten Geschichten.
Nach dem Frühstück gingen wir einfach los.
Ohne großes Ziel.
Ohne Stress.
Einfach hinaus ins echte Cusco.

Und keine fünf Minuten später standen wir mitten in einem riesigen Festumzug.


Frauen in roten Kleidern.
Wallende Röcke.
Traditionelle Hüte.
Musik.
Trommeln.
Panflöten.
Überall Bewegung.
Überall Farben.
Überall Leben.

Die Menschen tanzten mitten auf der Straße, Kinder liefen lachend zwischen den Gruppen herum und über den Bergen hing diese klare Andenluft, die alles irgendwie noch intensiver wirken ließ.
Ich glaube, genau in diesem Moment kamen wir wirklich in Peru an.
Nicht im Hotel.
Nicht im Flugzeug.
Sondern dort.
Mitten auf dieser Straße.
Und während wir einfach nur dastanden und schauten, dachte ich plötzlich:
Vielleicht musste genau deshalb alles anders kommen.
Weil wir sonst diesen Moment vielleicht nie so bewusst erlebt hätten.
Dann ließen wir uns einfach durch die Gassen von Cusco treiben.
Überall begegneten uns Frauen in ihren traditionellen Kleidern, mit bunten Tüchern, langen Röcken und diesen typischen Hüten. Manche hatten kleine Alpakas dabei, die fast aussahen wie Stofftiere. So flauschig und ruhig, dass man sie am liebsten sofort in den Arm genommen hätte.
Und gleichzeitig dachte ich mir immer wieder: Hoffentlich geht es den Tieren gut.

Cusco fühlte sich in diesen Momenten nicht wie eine Sehenswürdigkeit an.
Eher wie ein echtes Stück Peru. Laut, lebendig, bunt und irgendwie voller Geschichten.

Je weiter wir gingen, desto mehr Menschen waren unterwegs. Straßenmusik, Stimmengewirr, kleine Geschäfte, der Duft von Essen aus irgendeiner Seitengasse und immer wieder dieser Blick auf die alten Häuser und die Berge rund um die Stadt.
Und dann gingen wir spontan in die Kirche Iglesia de La Merced.

Von außen schon beeindruckend.
Aber innen fast noch schöner.

Goldene Altäre. Hohe Bögen. Dieses warme Licht.
Und gleichzeitig eine unglaubliche Ruhe mitten im Trubel der Stadt.
Besonders berührt hat mich eine kleine Szene in einer Seitenkapelle.
Ein Vater hob sein kleines Kind hoch, damit es das Christuskind in der Vitrine besser sehen konnte. Ganz vorsichtig. Ganz still.

Wir blieben einfach stehen und schauten zu.
Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die man nicht plant und trotzdem nie vergisst.
Dann meldete sich irgendwann ganz einfach der Hunger.
Und wie so oft auf Reisen fanden wir genau im richtigen Moment genau das richtige Lokal.
Nicht geschniegelt. Nicht schick.
Aber mit einem kleinen Balkon mitten über der Straße von Cusco.

Natürlich war genau dort noch ein Tisch frei.
Also saßen wir plötzlich über den Dächern der Altstadt und beobachteten das Leben unter uns.
Der Kellner war großartig.
Irgendwann lief er tatsächlich nach unten auf die Straße, stellte sich mitten vor das Haus und machte ein Foto von uns auf dem Balkon.
Und wir?
Wir winkten herunter wie irgendwelche Könige auf Staatsbesuch.
Völlig absurd.
Aber genau deshalb so lustig.

Kulinarisch wurde es dann auch noch interessant.
Wir bestellten eine Spezialität des Hauses:
gegrilltes Alpaka mit Käsegnocchi.

Ja… in dem Moment schaut man das kleine flauschige Alpaka auf der Straße schon ein bisschen anders an.
Aber ehrlich?
Es schmeckte hervorragend.
Vor allem mit dieser Aussicht, den dunklen Wolken über Cusco und diesem Gefühl, einfach mittendrin zu sein.
Und als wäre das Timing perfekt geplant gewesen, kamen unten auf der Straße plötzlich wieder zwei Frauen in ihren traditionellen Gewändern vorbei — natürlich wieder mit zwei kleinen Alpakas.

Diese Tiere sehen wirklich aus wie lebendige Stofftiere.
Zum Knuddeln süß.
Auch wenn mir die Tiere gleichzeitig ein bisschen leid tun, weil sie dort natürlich vor allem für Fotos mit Touristen unterwegs sind.
Aber genau diese Mischung macht Cusco irgendwie aus:
laut und ruhig gleichzeitig, wunderschön und chaotisch, touristisch — und trotzdem voller echter Momente.
Am Plaza de Armas angekommen, hatten wir plötzlich das Gefühl, mitten im Herz von Cusco zu stehen. Vor uns die gewaltige Kathedrale mit ihren dunklen Steinen, rundherum Menschen aus aller Welt, Straßenmusik, Stimmengewirr und dazwischen wieder Frauen in ihren traditionellen Gewändern mit kleinen Alpakas. Diese Tiere sehen wirklich aus wie Stofftiere auf vier Beinen. Süß bis zum Gehtnichtmehr. Und trotzdem tat es mir jedes Mal ein bisschen leid, sie dort mitten im Trubel zu sehen.

Die Stimmung auf dem Platz war trotzdem wunderschön. Überall war Bewegung, überall gab es etwas zu entdecken. Genau dieses lebendige Chaos macht Cusco irgendwie besonders. Nicht geschniegelt. Nicht geschniegelt-schön für Touristen. Sondern echt.
Danach fuhren wir hinauf nach San Blas – dem berühmten Künstlerviertel von Cusco. Und sofort wurde alles enger, steiler und irgendwie noch charmanter. Kleine Kopfsteinpflastergassen, weiße Häuser mit blauen Balkonen, winzige Geschäfte voller bunter Tücher, Ponchos, Schals und handgemachter Souvenirs. An jeder Ecke hätte man stehen bleiben und fotografieren können.

Besonders beeindruckend war, wie steil die Straßen dort wirklich sind. Beim Runterfahren haben wir erst gemerkt, wie extrem sich die Gassen den Hang hinunterziehen. Unser Fahrer musste teilweise zentimetergenau fahren.

Vor der Iglesia de San Blas herrschte plötzlich richtig Betrieb. Gerade wurde eine Prozession vorbereitet. Männer bauten große religiöse Figuren auf, Menschen standen neugierig daneben, Kinder liefen herum und überall lag diese Mischung aus Alltag und Tradition in der Luft. Nichts wirkte gestellt – wir waren einfach zufällig mitten drin.

Und genau das lieben wir am Reisen.
Diese Momente, die man nicht planen kann.
Die kleinen Szenen am Straßenrand.
Die engen Gassen.
Die Menschen.
Und dieses Gefühl, für einen kurzen Augenblick einfach Teil davon zu sein.


Von dort gingen wir zu Fuß weiter durch die engen Gassen von San Blas. Überall kleine Geschäfte voller handgemachter Kunst, Ikonen, Stoffe, Schals und bunter Figuren – man wusste oft gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte.

Dann kamen wir zu dieser berühmten Ecke mit den riesigen Inka-Steinen. Unglaublich, wie präzise diese Mauern gebaut wurden. Die Straßen dort sind so schmal und steil, dass man sich kaum vorstellen kann, wie dort überhaupt Autos durchkommen.

Ich merkte aber langsam die Höhe. Die Kopfschmerzen wurden stärker und ich war einfach müde. Also setzte ich mich kurz neben ein kleines „Stofftier“, das dort auf einer Decke lag.

Nur war es gar kein Stofftier. 😂
Plötzlich schaute mich ein echtes Alpaka an – geschniegelt mit bunten Bändern und vollkommen entspannt mitten in Cusco. Wir mussten beide lachen. Genau diese kleinen, unerwarteten Momente bleiben am Ende oft am meisten in Erinnerung.
Danach ging es wieder Richtung Plaza de Armas. Wir schlenderten einfach durch die Straßen, schauten in kleine Geschäfte hinein und genossen das bunte Treiben rund um die Kathedrale.



Zwischendurch entdeckten wir wieder die verrücktesten Figuren, Kunstwerke und Souvenirs – manche davon leicht gruselig. 😅

Und unten auf den Stufen saßen natürlich wieder Damen in ihren bunten Kleidern gemeinsam mit ihren Alpakas. Irgendwie gehören sie in Cusco einfach zum Stadtbild dazu. 🦙❤️

Anschließend besuchten wir Saqsaywaman oberhalb von Cusco. Diese riesigen Steinmauern wurden bereits von den Inkas gebaut – komplett ohne Maschinen und sogar ohne Mörtel. Die tonnenschweren Steine greifen so perfekt ineinander, dass man nicht einmal ein Blatt Papier dazwischen schieben könnte.



Je länger wir dort standen, desto kleiner fühlten wir uns zwischen diesen gewaltigen Mauern. Und dann dieser Himmel über den Bergen … irgendwie hatte dieser Ort etwas ganz Besonderes. ⛰️


Mit einem letzten Blick über Cusco und den dunklen Wolken über der Stadt fuhren wir anschließend zurück ins Hotel. Meine Kopfschmerzen wurden immer stärker – und langsam bekam ich das Gefühl, dass das vielleicht nicht nur die Höhe war. Irgendetwas kündigte sich an … 🌧️
Denn nur kurze Zeit später begann mein Körper plötzlich ganz klar zu zeigen, dass irgendetwas nicht stimmt.
Zuerst nur Kopfweh.
Dann dieses dumpfe Gefühl beim Gehen.
Und plötzlich war sie wieder da:
die Erinnerung an Nepal.
An die Höhenkrankheit damals.
An dieses Gefühl, wenn der Körper auf einmal nicht mehr mitmacht.


Kurz darauf Krankenhaus.
Sauerstoff.
Infusionen.
Ruhe.
Und plötzlich wird alles ganz leise.
Pläne.
Touren.
Zeitpläne.
Buchungen.
Alles wird unwichtig, wenn der eigene Körper einfach nur sagt:
Bis hierher und nicht weiter.
Der geplante Ausflug zum Rainbow Mountain mit über 5.000 Metern war damit sofort gestrichen. Und während ich langsam wieder zu Kräften kam, beobachteten wir gleichzeitig immer intensiver die Nachrichten aus Bolivien. Straßensperren. Unruhen. Sicherheitswarnungen. Genau auf jener Route, die wir eigentlich geplant hatten.

Und irgendwann saßen wir einfach nur da und stellten uns die Frage:
Was machen wir jetzt?
Weiterziehen?
Hoffen?
Riskieren?
Oder akzeptieren, dass manche Dinge vielleicht gerade einfach nicht sein sollen?
Plötzlich ergab alles Sinn.
Der Mann im Flugzeug.
Dieses ungute Gefühl.
Mein Körper.
Es war fast so, als hätte uns das Leben schon vorher vorsichtig darauf vorbereitet.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Sondern leise.
So wie das Leben oft spricht.
Wir haben Bolivien schließlich komplett gestrichen. Und ja – natürlich tat das zuerst weh. Vor allem die Salzwüste. Dort wollte ich eigentlich meinen Geburtstag verbringen.
Aber manchmal beginnt etwas Neues genau dort, wo man aufhört, gegen etwas anzukämpfen.
Denn plötzlich entstand ein neuer Plan.
Nicht schlechter.
Nur anders.

Zwischendurch gingen wir mittags noch schnell Spaghetti essen – ganz unspektakulär eigentlich. Aber genau in solchen Momenten merkt man plötzlich, wie schön „normal“ sein kann.
Und irgendwann am Abend saßen wir da. Alle Flüge umgebucht. Hotels storniert. Neue Route geplant. Alles erledigt.
Und plötzlich war da keine Enttäuschung mehr.
Sondern Ruhe.
Dieses Gefühl, wenn man aufhört, etwas erzwingen zu wollen.
Vielleicht sind es genau diese Momente, die uns zeigen, dass nicht jede Richtungsänderung ein Rückschritt ist.
Manchmal ist sie einfach nur Schutz.
Und vielleicht gibt es tatsächlich keine Zufälle im Leben.
Von Cusco aus geht es für uns zuerst noch weiter ins wunderschöne Sacred Valley. Dort warten die beeindruckenden Salzminen von Maras, kleine traditionelle Orte, die gewaltige Landschaft der Anden und natürlich ganz viele Inka-Geschichten, die man dort überall spürt.
Danach fahren wir weiter Richtung Machu Picchu — ein Ort, auf den wir uns schon unglaublich lange freuen. Allein die Zugfahrt dorthin durch die Berge und entlang des Urubamba-Flusses soll bereits ein Erlebnis für sich sein.
Nach den intensiven Tagen in den Anden verlassen wir schließlich langsam die Höhe und reisen weiter Richtung Titicacasee. Anschließend fliegen wir zurück nach Lima und tauschen Berge gegen Wüste und Meer.
Dann warten plötzlich ganz andere Landschaften auf uns: die geheimnisvollen Nazca-Linien, die Sanddünen rund um Huacachina und später der Norden von Peru mit Strand, Pazifik und ein paar ruhigen Tagen am Meer.
Und auch wenn diese Reise inzwischen ganz anders aussieht als ursprünglich geplant, fühlt es sich mittlerweile irgendwie genau richtig an. ❤️
Um 6 Uhr morgens wurden wir mit einem Minibus abgeholt und bekamen durch das Einsammeln der anderen Gäste gleich noch eine kleine Stadtrundfahrt durch das wunderschöne, kalte Cusco.
Langsam wurde die Stadt wach, während wir uns Richtung Sacred Valley aufmachten.


Beim Rausfahren aus Cusco fiel mir außerdem sofort auf, wie unglaublich viel dort gebaut wird. Überall neue Häuser, halbfertige Gebäude und ganze Stadtteile, die sich die Hügel hinaufziehen. Cusco wirkt gleichzeitig uralt und irgendwie mitten im Wachstum.

Unsere erste Station war Chinchero, ein kleines Andendorf oberhalb des Sacred Valley. Dort befinden sich beeindruckende Inka-Anlagen mit riesigen Steinmauern und Terrassen, die teilweise heute noch erhalten sind. Genau dieses Ineinanderpassen der Steine ist faszinierend — komplett ohne Mörtel gebaut und trotzdem so präzise, dass man teilweise nicht einmal ein Blatt Papier dazwischenbekommt.






Und darüber dann diese unglaubliche Kulisse mit den Bergen, den grünen Wiesen und der klaren Luft der Anden.
Es war wirklich atemberaubend schön.
Im Hof von Chinchero war die Stimmung irgendwie besonders.
Direkt neben dem alten Torbogen stand ein Flötenspieler und spielte wunderschön auf seiner Panflöte. Dieser Klang mitten in den Anden, dazu die kalte Morgenluft und die alten Inka-Mauern — das hatte wirklich etwas Magisches.

Und dann probierten wir dort noch diesen riesigen peruanischen Maiskolben. Wirklich riesig. So große Maiskörner habe ich in meinem Leben noch nie gesehen — und überraschend köstlich war er auch. 😄

Während wir dort standen und aßen, liefen zwischen den alten Inka-Anlagen immer wieder Alpakas herum, ganz ruhig und völlig entspannt, als würden sie einfach dazugehören. Und irgendwie taten sie das wahrscheinlich auch. ❤️

Dann ging es weiter nach Moray. Dort bekamen wir eine unglaublich interessante Erklärung über die Herstellung und Verarbeitung der Alpaka-Wolle und über die natürlichen Farben, die bis heute aus Pflanzen, Mineralien und sogar Kakteen gewonnen werden.

Eine Frau spann die Wolle direkt vor unseren Augen mit der Hand — ganz ruhig, ganz selbstverständlich, als würde die Zeit dort langsamer vergehen.

Überall lagen bunte Garne, getrocknete Früchte, Pflanzen und alte Werkzeuge. Und mittendrin saßen diese süßen Meerschweinchen in ihrem kleinen „Mehrparteienhaus“. 😄

Und dann hielt ich plötzlich den vermutlich größten Erdäpfel meines Lebens in der Hand. Wirklich. Gegen dieses Monster wirkt unsere Kartoffel zuhause wie ein Babykartofferl. 😂

Natürlich gab es dort auch kleine Verkaufsstände mit wunderschönen Stoffen, Taschen, Teppichen und lustigen Alpaka-Hauben. Für ein Foto musste ich natürlich sofort so eine flauschige Haube probieren — ich sah vermutlich aus wie eine Mischung aus Eskimo und Alpaka. 😂


Dann ging die Fahrt weiter nach Moray — und dort standen wir plötzlich vor diesen riesigen kreisförmigen Terrassen mitten in den Anden. Von oben sah das Ganze fast aus wie ein Amphitheater oder wie ein Kunstwerk in der Landschaft.

Unser Guide erklärte uns, dass die Inkas hier eine Art landwirtschaftliches Labor betrieben haben. Durch die unterschiedlichen Tiefen entstanden verschiedene Temperaturen und Mikroklimas. So konnten sie testen, welche Pflanzen und Kartoffelsorten in welcher Höhe am besten wachsen.

Die Landschaft rundherum war überhaupt unglaublich schön. Grüne Hügel, schneebedeckte Berge in der Ferne, kleine Dörfer und diese unglaubliche Ruhe der Anden. Man fährt dort einfach durch und schaut die ganze Zeit nur noch aus dem Fenster.

Manchmal fühlt sich Reisen nicht wie Besichtigen an.
Sondern einfach wie Staunen.
Wir sahen dort mehrere dieser kreisförmigen Terrassenanlagen und unser Guide erklärte uns ganz genau das faszinierende System dahinter. Jede Ebene hatte durch die unterschiedliche Tiefe und Sonneneinstrahlung ein eigenes Mikroklima. Teilweise lagen zwischen oben und unten mehrere Grad Temperaturunterschied. Die Inkas konnten dadurch testen, welche Pflanzen, Kräuter oder Kartoffelsorten in welcher Höhe und bei welchem Klima am besten wachsen.

Je länger wir dort standen, desto beeindruckender wurde es eigentlich. Denn plötzlich versteht man, wie unglaublich fortschrittlich diese Kultur damals schon war — ganz ohne moderne Technik.

Und während wir dort oben standen, mit Blick auf die Anden und diese gewaltigen Terrassen, dachte ich mir nur:
Man reist hier nicht einfach durch Peru.
Man fährt mitten durch Geschichte.

Unsere Gruppe war übrigens komplett international. Der Minibus war voll besetzt und während der Fahrt hörte man halb Spanisch, halb Englisch. Menschen aus Amerika, Dänemark, Deutschland und vielen anderen Ländern waren dabei. Zwei nette Deutsche entdeckten wir auch sofort. Und genau das liebe ich am Reisen so sehr — plötzlich sitzt man mit völlig fremden Menschen irgendwo mitten in den Anden und trotzdem fühlt es sich irgendwie vertraut an.

Alle waren unglaublich nett, offen und gut gelaunt. Eine bunt gemischte Gruppe, die gemeinsam durch diese beeindruckende Landschaft wanderte, staunte, fotografierte und einfach den Moment genoss.
Nach den beeindruckenden Terrassen von Moray ging es weiter Richtung Maras und den berühmten Salzminen. Schon die Fahrt dorthin war wieder wunderschön — trockene Landschaften, kleine Dörfer und überall diese gewaltigen Berge im Hintergrund.

Bevor wir zu den Salzterrassen fuhren, machten wir noch Halt in einem kleinen Geschäft in der Nähe. Dort bekamen wir eine richtig interessante Erklärung über die verschiedenen Produkte aus der Region. Wir durften Schokolade mit Salz kosten, verschiedene Körner, Maissorten und andere Spezialitäten probieren. Manche Geschmäcker waren ungewohnt, andere überraschend gut.

Unser Guide erklärte uns dabei wieder unglaublich viel über das Leben in den Anden, über Ernährung, Landwirtschaft und natürlich über das berühmte Salz von Maras, das bis heute traditionell gewonnen wird.

Ich liebe genau solche Stopps auf Reisen. Nicht nur Sehenswürdigkeiten anschauen, sondern auch verstehen, wie Menschen dort leben, essen und arbeiten. Genau das macht eine Reise für mich lebendig.


Dann besuchten wir die faszinierenden Salzminen von Maras. Schon von weitem wirkten die unzähligen weißen Terrassen fast unwirklich – wie ein riesiges Mosaik mitten in den Bergen der Anden.

Erst dort wurde mir bewusst, wie groß diese Anlage tatsächlich ist. Tausende kleine Becken ziehen sich den Hang entlang und werden bis heute wie vor Jahrhunderten genutzt.

Unser Guide erklärte uns, dass das salzhaltige Wasser aus einer natürlichen Quelle kommt und durch kleine Kanäle in die einzelnen Becken geleitet wird.

Durch Sonne und Wind verdunstet das Wasser langsam – zurück bleibt das Salz. Und genau dort, mitten zwischen den Terrassen, standen Menschen und arbeiteten tatsächlich noch per Hand. Faszinierend.

Das herrliche Wetter machte diesen Ort noch beeindruckender. Der blaue Himmel, die warmen Farben der Berge und das helle Weiß der Salzterrassen sahen fast surreal aus.


Besonders schön fand ich auch das große Wandbild beim Eingang, das die Geschichte und Tradition der Region zeigt. Irgendwie hatte dieser Ort etwas Ruhiges – obwohl so viele Menschen dort unterwegs waren.

Nach einem wirklich sehr guten Mittagessen ging unsere Reise weiter nach Ollantaytambo – der letzten lebenden Inka-Stadt vor Machu Picchu.


Schon beim Eingang spürte man sofort diese besondere Atmosphäre zwischen den gewaltigen Bergen des Heiligen Tals.

Wir besuchten die beeindruckende archäologische Anlage mit ihren riesigen Steinterrassen, alten Wasserläufen und den mächtigen Inka-Mauern, die bis heute unglaublich präzise erhalten sind.


Besonders faszinierend war für mich der Berg mit dem riesigen Gesicht im Felsen, das fast ein wenig streng und geheimnisvoll über das Tal blickt.


Überall spürt man hier die Geschichte der Inka und die besondere Energie dieses Ortes. Danach schlenderten wir noch durch die kleinen Gassen mit den bunten Märkten, tranken einen Whisky Sour und warteten schließlich am Bahnhof auf den PeruRail-Zug, der uns weiter Richtung Machu Picchu brachte.

Diese kleinen Fahrzeuge sieht man hier in Peru wirklich überall. Von außen wirken sie ziemlich kompakt, aber was mich wirklich überrascht hat: Hinten hat man erstaunlich viel Platz und eine riesige Beinfreiheit. Damit hätte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. Gerade auf längeren Fahrten durch die engen Straßen und kleinen Orte im Heiligen Tal sind sie viel bequemer, als sie auf den ersten Blick aussehen.


Dann stiegen wir in Ollantaytambo in den PeruRail-Zug Richtung Aguas Calientes ein – dem kleinen Ort direkt unterhalb von Machu Picchu.

Und diese Zugfahrt war wirklich ein Erlebnis für sich.

Wir fuhren mit dem Vistadome, dessen große Panoramafenster sogar bis ins Dach reichen. Dadurch konnten wir die wunderschöne Landschaft mit den gewaltigen Bergen, den grünen Tälern und dem rauschenden Fluss die ganze Zeit in vollen Zügen genießen.


Im Zug herrschte eine richtig gute Stimmung. Es spielte sogar eine kleine Band und zwischendurch gab es Tänze, was die Fahrt noch besonderer machte.

Natürlich gingen wir auch ganz nach hinten zum offenen Aussichtswagen. Dort standen wir direkt am Ende des Zuges, blickten auf die Gleise zurück und spürten den Fahrtwind mitten in dieser beeindruckenden Kulisse der Anden. Spätestens in diesem Moment wurde uns bewusst, dass wir Machu Picchu immer näher kommen.


Wir bekamen im Zug sogar noch einen Blumenkranz für die Haare und einen Hut geschenkt, was die Fahrt noch lustiger und besonderer machte.

Etwa zwei Stunden später erreichten wir schließlich Aguas Calientes – den kleinen Ort direkt unterhalb von Machu Picchu.

Dort wurden wir bereits von einem Mitarbeiter unseres Hotels abgeholt und gingen nur wenige Minuten zu Fuß bis zur Unterkunft.

Aber schon dieser kurze Weg war unglaublich faszinierend.

Überall kleine Geschäfte, Märkte, Restaurants und Menschen aus aller Welt – der ganze Ort lebt praktisch nur für Machu Picchu.

Hier merkt man sofort: Fast jeder, der nach Peru reist, möchte dieses Weltwunder einmal sehen. Es herrscht ein unglaubliches Leben und eine ganz besondere Stimmung zwischen Bergen, Fluss und den vielen bunten Lichtern.

Nach einer kurzen Pause im Zimmer gingen wir am Abend nochmals los und spazierten durch den Ort. Auf einer Brücke hängten wir – wie viele andere Paare vor uns – ein Schloss auf und warfen den Schlüssel mit einem Wunsch in den Fluss.

Danach ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, probierten noch einige nationale Drinks und genossen einfach dieses besondere Gefühl, endlich direkt vor Machu Picchu angekommen zu sein.



Mit unzähligen Eindrücken der letzten Tage fielen wir schließlich müde, aber glücklich ins Bett. Gleichzeitig waren wir auch schon ein wenig aufgeregt, denn am nächsten Morgen wartete eines der größten Highlights unserer Peru-Reise auf uns: Machu Picchu. Aber davon erzähle ich euch im nächsten Blog …

