Aguas Calientes. Alleine der Name klingt schon irgendwie besonders. Und genau so fühlte sich dieser Morgen auch an. Noch etwas verschlafen standen wir beim Frühstück über den Dächern der kleinen Stadt und blickten hinaus auf die beeindruckenden Berge rund um uns.

Zwischen den steilen Felswänden lagen unzählige Häuser mit ihren typischen Blechdächern dicht aneinandergeschmiegt. Unten hörte man bereits das Rauschen des Flusses und das Stimmengewirr der vielen Menschen, die – genau wie wir – nur eines wollten: endlich Machu Picchu sehen.

Aguas Calientes lebt vom Tourismus. Das spürt man in jeder Gasse, in jedem Café und an jeder Ecke. Früher sollen hier täglich über 8000 Menschen hinauf nach Machu Picchu gefahren sein. Heute ist die Besucherzahl limitiert, trotzdem wirkt der Ort wie eine einzige große internationale Begegnungszone. Menschen aus aller Welt stehen mit Wanderschuhen, Kameras und dieser ganz besonderen Mischung aus Müdigkeit und Vorfreude in den Straßen.
Auch wir waren gespannt wie kleine Kinder.
Pünktlich wurden wir von unserem Guide beim Hotel abgeholt und gingen gemeinsam zur Busstation. Dort wartete bereits eine riesige Schlange.

Bus um Bus fuhr im Minutentakt die schmale Serpentinenstraße hinauf Richtung Machu Picchu. Trotz der vielen Menschen war die Stimmung ruhig. Fast ehrfürchtig. Jeder wusste: Heute passiert etwas Besonderes.
Die Busfahrt selbst war schon ein Erlebnis. Kurve für Kurve schraubten wir uns den Berg hinauf. Immer wieder öffnete sich der Blick auf diese unglaubliche Landschaft. Grüne Berghänge, dichter Nebel zwischen den Gipfeln und tief unten der Fluss, der sich seinen Weg durch das Tal bahnte. Diese Natur wirkt hier fast unwirklich. So mächtig, so wild und gleichzeitig wunderschön.


Oben angekommen hatten wir noch kurz Zeit, bevor die Tore öffneten. Natürlich stellten wir uns sofort an – und hatten tatsächlich das Glück, ganz vorne zu stehen. Wir hatten den klassischen Rundgang 2 gebucht, der als schönster Rundweg gilt und uns auch von unserem Guide empfohlen wurde.

Und da standen wir nun.

Vor uns eines der sieben Weltwunder. Hinter uns eine Reise voller Eindrücke. Und irgendwo zwischen Aufregung, Dankbarkeit und diesem ganz besonderen Gefühl wurde uns plötzlich klar: Jetzt passiert gerade einer dieser Momente, die man nie mehr vergisst.
Und dann war es endlich so weit.

Die Tore öffneten sich langsam und wir gingen gemeinsam mit den ersten Besuchern hinein. Schon die ersten Schritte waren besonders. Dieser Weg, eingerahmt von alten Steinmauern, tropischen Pflanzen und den mächtigen Bergen rundherum, fühlte sich fast unwirklich an.

Noch bevor wir die berühmte Aussicht erreichten, mussten wir immer wieder kurz stehen bleiben. Nicht wegen der Höhe oder der vielen Stufen – sondern weil man einfach ständig schauen musste. Diese Landschaft ist überwältigend. Überall wächst etwas zwischen den Steinen, riesige Berge ragen in den Himmel und dazwischen liegen die jahrhundertealten Wege der Inkas.

Unser Guide erklärte uns unterwegs immer wieder Details über die Anlage und über das Leben der Inkas. Besonders spannend fanden wir, wie perfekt alles damals geplant wurde – die Wege, die Terrassen, die Wasserversorgung und die gesamte Lage mitten in dieser gewaltigen Bergwelt.
Und dann standen wir plötzlich dort.
An diesem einen Aussichtspunkt, den man von Fotos kennt.

Aber ganz ehrlich? Kein Bild der Welt kann diesen Moment wirklich wiedergeben.
Vor uns lag Machu Picchu. Die alten Ruinen eingebettet zwischen den grünen Bergen, dahinter der markante Huayna Picchu und über allem dieses unglaubliche Morgenlicht. Die Sonne stand noch tief und tauchte die ganze Anlage in ein fast goldenes Licht.
Wir waren einfach sprachlos.



Natürlich waren viele Menschen dort oben. Aber trotzdem gab es immer wieder diese stillen Momente, in denen man einfach nur schaute. Und genau das machte diesen Ort so besonders.

Unser Guide zeigte uns alte Karten des Inkareiches und erklärte, wie riesig das damalige Reich tatsächlich gewesen war. Erst dort oben wird einem bewusst, welche unglaubliche Leistung hinter all dem steckt.


Wir gingen langsam weiter durch den klassischen Rundgang 2, der für viele als der schönste Rundgang gilt – und das können wir absolut bestätigen. Immer wieder eröffneten sich neue Ausblicke auf die Terrassen, Tempel und alten Steinhäuser. Dazwischen blühte es überall, und selbst die Pflanzen entlang der Wege wirkten irgendwie besonders.

Und obwohl Machu Picchu wahrscheinlich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt gehört, fühlte sich dieser Moment für uns sehr persönlich an.
Vielleicht, weil wir so lange davon geträumt hatten.

Unser Guide zeigte uns kleine Details, die man alleine wahrscheinlich nie wahrgenommen hätte. Zum Beispiel die ausgeklügelten Wasserkanäle der Inkas. Selbst heute fließt das Wasser noch präzise durch die steinernen Leitungen. Alles war durchdacht. Ohne moderne Technik. Ohne Maschinen. Und trotzdem unglaublich exakt gebaut.

Wir gingen durch schmale Steindurchgänge, vorbei an mächtigen Mauern und riesigen Felsblöcken, die perfekt in die Anlage integriert wurden. Manche Steine wirkten fast zu groß, um jemals von Menschen bewegt worden zu sein. Und doch passte alles millimetergenau zusammen.


Besonders beeindruckend war der Blick von oben auf die verschiedenen Bereiche der Stadt. Von dort erkannte man erst, wie groß Machu Picchu tatsächlich ist. Die Terrassen ziehen sich über die Berghänge, dazwischen liegen Tempel, Wohnbereiche und zeremonielle Plätze.


Unser Guide erklärte uns, dass viele Bereiche unterschiedliche Aufgaben hatten. Es gab Plätze für Zeremonien, Wohnhäuser für bedeutende Persönlichkeiten und große offene Flächen, die wahrscheinlich für Versammlungen genutzt wurden.
Immer wieder blieben wir einfach stehen und schauten.


Diese Mischung aus Natur und Geschichte ist schwer zu beschreiben. Rundherum die steilen grünen Berge der Anden, darunter der Urubamba-Fluss und mitten darin diese geheimnisvolle Inkastadt.

Manchmal war es ganz still. Dann hörte man nur den Wind und irgendwo entfernt Stimmen von anderen Besuchern.

Wir gingen langsam weiter durch die Anlage, vorbei an alten Mauern, heiligen Steinen und engen Wegen. Und mit jedem Schritt wurde uns bewusster, wie besonders dieser Ort eigentlich ist.

Natürlich machten wir viele Fotos. Aber ehrlich gesagt entstanden die schönsten Bilder sowieso im Kopf.

Es gab immer wieder Momente, in denen wir uns einfach nur ansahen und dachten:
Wir sind wirklich hier.

In Machu Picchu.
An einem Ort, von dem wir so lange nur geträumt hatten.
Mit dem Bus ging es anschließend wieder die vielen Serpentinen hinunter nach Aguas Calientes. Und als wir unten ankamen, wartete schon das nächste schöne Erlebnis auf uns.

Der Himmel war strahlend blau, die Sonne schien und rund um den kleinen Ort ragten die steilen grünen Berge in den Himmel. Dieses Wetter machte alles noch beeindruckender.

Am Hauptplatz war plötzlich richtig viel los. Eine Parade zog durch den Ort, begleitet von Musik, Uniformen und vielen Menschen, die stehen blieben und zusahen. Offenbar waren wir genau zur richtigen Zeit dort. Wieder so ein typischer Reisemoment, den man nicht planen kann.

Auch die kleine Kirche im Ort schauten wir uns noch an. Drinnen war es ruhig, fast still – ein starker Gegensatz zum bunten Treiben draußen auf den Straßen.



Danach folgten wir der Restaurant-Empfehlung unseres Guides. Und ehrlich gesagt: Es war ein Volltreffer.

Das Restaurant lag direkt am wilden Fluss, der mit voller Kraft durch das Tal rauschte. Allein der Ausblick war schon besonders. Wir saßen am Fenster, blickten hinaus auf das Wasser und ließen diesen unglaublichen Tag langsam sacken.

Wir bestellten eine typische peruanische beziehungsweise Inka-inspirierte Speise mit Quinoa. Wunderschön angerichtet, voller Gewürze und richtig gut. Nach all den Eindrücken schmeckte dieses Essen irgendwie noch besser.

Es war einer dieser Momente, in denen man einfach zufrieden dasitzt und sich denkt:
Genau dafür reisen wir.
Nicht nur wegen der Sehenswürdigkeiten. Sondern wegen dieser Mischung aus Erlebnissen, Begegnungen, Atmosphäre und kleinen ungeplanten Momenten dazwischen.
Und irgendwann war es dann Zeit, zum Bahnhof zu gehen.

Dann war es Zeit für die Rückfahrt.
Wir stiegen wieder in den wunderschönen Zug ein – diesmal noch bewusster als auf der Hinfahrt. Denn jetzt wussten wir bereits, wie spektakulär diese Strecke eigentlich ist.

Wir hatten Plätze im Vista-Dome-Wagen mit den großen Panoramafenstern bis hinauf ins Dach. Und genau das machte die Fahrt so besonders. Man saß praktisch mitten in der Landschaft.

Draußen zog wieder diese unglaubliche Kulisse vorbei:
der wilde Fluss tief unten im Tal, daneben die Gleise und rundherum riesige Berge, die fast senkrecht in den Himmel ragten.

Diesmal war das Wetter perfekt. Strahlender Sonnenschein, klare Sicht und überall dieses intensive Grün der Berge. Wir konnten die ganze Strecke noch einmal richtig genießen.

Immer wieder liefen wir zum Aussichtsteil des Zuges, machten Fotos, schauten hinaus und versuchten, diese Landschaft irgendwie festzuhalten – obwohl man genau weiß, dass Bilder dieses Gefühl nie ganz einfangen können.

Der Fluss begleitete uns fast die gesamte Fahrt. Mal ruhig, mal wild schäumend zwischen den Felsen. Und je weiter wir fuhren, desto mehr veränderte sich langsam wieder die Landschaft.
Aber nicht nur draußen war etwas los.

Mitten während der Fahrt begann plötzlich eine kleine Modenschau im Zug. Mitarbeiter präsentierten traditionelle Kleidung, es wurde gelacht, fotografiert und sogar getanzt. Die Stimmung war richtig locker und fröhlich. Nach diesem emotionalen Tag tat das irgendwie gut.
Es war eine schöne Mischung:
diese gewaltige Natur draußen vor den Fenstern und gleichzeitig diese leichte, fast festliche Stimmung im Zug.

Eineinhalb Stunden später erreichten wir schließlich wieder Ollantaytambo.

Am Bahnhof in Ollantaytambo wartete bereits unser Transfer zurück nach Cusco.
Und diese Fahrt hatte es noch einmal in sich.
Es wurde langsam dunkel, die Straße schlängelte sich durch die Berge und unterwegs sahen wir immer wieder riesige Felsen, die von den Hängen heruntergebrochen waren. Teilweise war die Straße sogar gesperrt oder nur einspurig befahrbar. Unser Fahrer manövrierte sich ruhig und mit beeindruckender Gelassenheit durch diese abenteuerliche Strecke.
Man merkt in Peru schnell:
Hier ticken viele Dinge ein wenig anders als bei uns.
Während draußen langsam die Dämmerung über die Anden zog, saßen wir im Auto und ließen diesen Tag noch einmal Revue passieren.
Machu Picchu.
Die Zugfahrt.
Die gewaltigen Berge.
Der Fluss.
Die Stimmung im Ort.
Und dieses Gefühl, wirklich mitten in dieser unglaublichen Landschaft unterwegs gewesen zu sein.

Als wir schließlich wieder in Cusco ankamen, waren wir müde – aber auf diese schöne Art müde, die man nur nach einem Tag voller Eindrücke kennt.
Im Zentrum war noch Leben auf den Straßen, Menschen saßen auf den Plätzen, die alten Gebäude wurden langsam beleuchtet und über der Stadt lag diese besondere Abendstimmung, die Cusco irgendwie immer hat.
Wir fielen schließlich ziemlich schnell ins Bett.
Und schliefen richtig gut.
Von Cusco nach Juliaca – mitten über die Anden
03:00 Uhr morgens.
Mitten in der Nacht wurden wir in Cusco abgeholt und zum Flughafen gebracht. Und plötzlich merkt man wieder, wie verrückt Reisen eigentlich manchmal ist. Während zuhause vermutlich noch alle schlafen, steht man irgendwo in Peru mitten in einer Warteschlange für einen Inlandsflug.

Der Himmel war noch dunkel und hatte etwas ganz Mystisches. Kurz nach dem Start konnten wir aus dem Fenster beobachten, wie langsam die ersten Sonnenstrahlen über den Anden auftauchten. Schneebedeckte Gipfel, endlose Bergketten und diese unglaubliche Weite – einfach unbeschreiblich schön.

Je weiter wir flogen, desto flacher wurde die Landschaft. Von den gewaltigen Bergen rund um Cusco ging es langsam hinaus Richtung Altiplano.

Nach einem ruhigen Flug und umsteigen in Lima, landeten wir schließlich gut in Juliaca, wo uns bereits wieder strahlender Sonnenschein und die nächste Etappe unserer Peru-Reise erwarteten.

Am Flughafen wurden wir bereits wieder von unserem privaten Transfer abgeholt. Die Fahrt nach Puno dauerte ungefähr eine Stunde und unterwegs konnten wir schon aus der Ferne den Titicacasee erkennen. Ein besonderer Moment, denn plötzlich war er wirklich da – dieser berühmte See, von dem man schon so oft gehört und gelesen hat.
Die Landschaft rund um Puno wirkte ganz anders als zuvor in Cusco. Weiter, offener und irgendwie ruhiger. Gleichzeitig merkt man sofort die Höhe, die klare Luft und dieses besondere Licht über dem Altiplano.

In Puno selbst führen viele Straßen steil bergab Richtung See.

Unser Hotel lag sehr nett und wir durften erfreulicherweise auch sofort einchecken. Nach den frühen Morgenstunden und dem Flug tat das richtig gut. Endlich kurz ankommen, durchatmen und die vielen Eindrücke der letzten Tage langsam wirken lassen.

Nachdem wir uns im Zimmer ein wenig ausgeruht hatten, holte uns unser Guide pünktlich um 12 Uhr ab. Gemeinsam fuhren wir zum Hafen von Puno, von wo aus unsere Tour zu den berühmten Uros-Inseln starten sollte.
Schon der Weg zum Boot war ein kleines Erlebnis. Über eine lange Mole gingen wir hinaus auf den See. Mit dabei war wieder eine bunt gemischte Gruppe – Reisende aus Brasilien, Chile, England und wir. Genau das liebe ich am Reisen: Innerhalb weniger Minuten sitzt man mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammen und teilt für ein paar Stunden dieselbe Erfahrung.


Als unser Boot langsam ablegte, war ich zunächst ehrlich gesagt etwas skeptisch. In Ufernähe trieben viele Algen im Wasser, und zwischen den Schilffeldern lagen einige Boote, die aussahen, als hätten sie schon lange keinen Passagier mehr gesehen. Für einen Moment dachte ich: „Na hoffentlich wird das jetzt nicht enttäuschend.“

Doch je weiter wir hinausfuhren, desto mehr veränderte sich das Bild.

Plötzlich öffnete sich die Weite des Titicacasees vor uns. Das Wasser begann in der Sonne zu glitzern, die Algen verschwanden und vor uns lag ein tiefblauer See, der beinahe wie ein Meer wirkte. Es war einer dieser Momente, in denen man merkt, wie schnell der erste Eindruck täuschen kann.

Unser Guide nutzte die Fahrt, um uns viel über den Titicacasee zu erzählen. Mit einer Fläche von mehr als 8.000 Quadratkilometern gehört er zu den größten Seen Südamerikas. Besonders beeindruckend ist seine Lage: Auf rund 3.800 Metern Höhe gilt er als der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Er verbindet Peru und Bolivien und spielt seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle für die Menschen, die hier leben.



Während wir seinen Erklärungen lauschten, wurde die Landschaft immer schöner. Das Licht spiegelte sich auf der Wasseroberfläche, die Berge zeichneten sich am Horizont ab, und plötzlich tauchten sie vor uns auf:
Die Uros-Inseln.

Schon von Weitem wirkten sie fast unwirklich. Kleine goldgelbe Inseln aus Schilf, die scheinbar auf dem Wasser schwimmen. Man fragt sich automatisch, wie so etwas überhaupt möglich ist.

Schon beim Näherkommen fielen mir die typischen Schilfboote des Titicacasees auf. Ich hatte sie natürlich schon auf Fotos gesehen, aber in Wirklichkeit wirken sie noch beeindruckender. Manche waren schlicht gehalten, andere bunt verziert und mit Figuren geschmückt. Sie gehören einfach zum Bild der Uros-Inseln dazu und verleihen diesem Ort etwas Märchenhaftes.


Je näher wir kamen, desto mehr dieser Boote entdeckten wir in den unterschiedlichsten Farben.

Zusammen mit den goldgelben Schilfinseln und dem tiefblauen Wasser ergab das ein wunderschönes Bild, das man am liebsten die ganze Zeit fotografieren möchte.

Schließlich legten wir an einer der Inseln an.

Dort leben vier Familien, die sich diese kleine schwimmende Welt teilen. Kaum angekommen, versammelten wir uns auf dem Schilfboden, und einer der Bewohner begann uns zu erklären, wie die Insel überhaupt entsteht.

Es war faszinierend zuzuhören. Die Inseln bestehen aus Totora-Schilf, das im See wächst. Zuerst werden die natürlichen Wurzelblöcke miteinander verbunden und verankert. Darauf werden dann immer wieder neue Schichten Schilf gelegt. Da die unteren Schichten mit der Zeit verrotten, müssen die Bewohner ständig neues Schilf nachlegen. So wird die Insel gewissermaßen ihr ganzes Leben lang gepflegt und erneuert.

Anschließend durften wir auch die kleinen Hutten besichtigen. Von außen wirken sie recht einfach, doch sie bieten alles, was die Familien für ihren Alltag benötigen. Natürlich ist das Leben hier ganz anders als bei uns, aber gerade das machte den Besuch so interessant.

Besonders gefallen hat mir, dass die Erklärungen nicht wie ein auswendig gelernter Vortrag wirkten.
Man merkte, dass die Menschen hier tatsachlich leben und uns einen ehrlichen Einblick in ihren Alltag geben wollten. Dadurch wurde aus einer Besichtigung viel mehr als nur ein Programmpunkt
– man bekam zumindest eine kleine Vorstellung davon, wie außergewöhnlich das Leben auf diesen schwimmenden Inseln ist.

Während wir über das federnde Schilf gingen und die Hütten erkundeten, wurde mir immer wieder bewusst, dass wir uns tatsächlich mitten auf einem See befanden. Ein Ort, der auf Fotos beeindruckend aussieht – in Wirklichkeit aber noch viel faszinierender ist.

Nach dieser interessanten Führung verabschiedeten wir uns von den Familien und bedankten uns für die herzliche Aufnahme. Es ist schon etwas Besonderes, wenn Menschen Besucher in ihre kleine Welt hineinlassen und so offen von ihrem Leben erzählen.

Für die Weiterfahrt stiegen wir nämlich nicht wieder in unser Ausflugsboot, sondern in eines der traditionellen Schilfboote der Uros. Diese Boote sind eines der Wahrzeichen des Titicacasees und sehen einfach wunderschön aus. Unser Boot war aufwendig gestaltet, und vorne ragten zwei große Katzenköpfe aus Schilf empor. Es wirkte fast wie ein kleines Kunstwerk, das über den See gleitet.

Ganz gemütlich schipperten wir etwa eine halbe Stunde über den Titicacasee. Die Fahrt war langsam und entschleunigend, genau passend zu diesem besonderen Ort.

Während wir die Aussicht genossen, beobachteten wir unseren Bootsführer. Das Boot verfügte zwar über ein kleines Beiboot mit Motor, das zum Manövrieren und Steuern genutzt werden konnte, doch die meiste Zeit bewegte er das Schilfboot ganz traditionell mit einer langen Stange durch das Wasser.

So glitten wir gemächlich über den See, vorbei an den schwimmenden Inseln und dem endlosen Blau des Titicacasees. Es war einer dieser Momente, in denen man einfach nur dasitzt, die Ruhe genießt und den Augenblick bewusst auf sich wirken lässt.

Danach stiegen wir wieder in unser Ausflugs-Boot.

Langsam machte sich unser Boot auf den Rückweg nach Puno. Während wir über den See zurückfuhren, dachte ich daran, wie skeptisch ich am Anfang gewesen war, als wir zwischen den Algen und den alten Booten losgefahren waren.
Davon war längst nichts mehr übrig.

Die Uros-Inseln hatten uns einen faszinierenden Einblick in eine völlig andere Lebensweise gegeben, und der Titicacasee hatte sich von seiner schönsten Seite gezeigt. Es war einer dieser Ausflüge, bei denen man am Ende nicht nur schöne Fotos mit nach Hause nimmt, sondern auch das Gefühl, etwas wirklich Einzigartiges erlebt zu haben.

Zurück im Hafen verabschiedeten wir uns von unserer Reisegruppe und machten uns auf den Weg ins Hotel. Ein schöner Nachmittag auf dem höchstgelegenen schiffbaren See der Welt ging zu Ende – und wieder einmal zeigte uns Peru, wie vielfältig und überraschend dieses Land ist.

Am Abend folgten wir dem Tipp unseres Reiseleiters und gingen in ein Restaurant gleich um die Ecke unseres Hotels.


Schon beim Betreten wussten wir, dass das eine gute Entscheidung gewesen war.

Das Lokal war wunderschön gestaltet, das Personal freundlich und die Atmosphäre sehr angenehm.

Während wir unser Abendessen genossen, begann die Folklore-Show. Und die war wirklich beeindruckend. In farbenprächtigen Trachten präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer die verschiedensten traditionellen Tänze der Region. Mal wurde es fröhlich und lebhaft, dann wieder feierlich und elegant. Besonders beeindruckend waren die aufwendig gestalteten Kostüme mit ihren leuchtenden Farben, Masken und kunstvollen Kopfbedeckungen.

Dazu kamen Trommeln, Musik und immer wieder neue Darbietungen, sodass keine Minute langweilig wurde. Man spürte förmlich, wie wichtig diese Traditionen für die Menschen hier sind. Die gesamte Vorstellung war professionell gemacht und gleichzeitig sehr authentisch.

Auch das Essen konnte überzeugen. Es war nicht nur schön angerichtet, sondern schmeckte auch ausgezeichnet. So verbrachten wir einen rundum gelungenen Abend mit gutem Essen, Musik und einem wunderbaren Einblick in die peruanische Kultur.


Nach der Show machten wir uns gemütlich auf den kurzen Heimweg durch die abendlich beleuchteten Gassen von Puno. Nur wenige Minuten später waren wir wieder in unserem Hotel und ließen einen weiteren erlebnisreichen Tag am Titicacasee entspannt ausklingen.
Morgen heißt es für uns wieder Abschied nehmen von Puno und dem Titicacasee. Mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck geht es zurück nach Lima, bevor das nächste Abenteuer auf uns wartet.
Besonders gespannt sind wir schon auf die berühmten Nasca-Linien. Diese riesigen Zeichnungen in der Wüste geben Forschern bis heute Rätsel auf und stehen schon lange auf unserer Wunschliste. Ob sie wirklich so beeindruckend sind, wie man immer hört, werden wir bald herausfinden.
Doch davon erzählen wir euch im nächsten Blog.

