Ein Morgen, der nicht besser beginnen könnte
Der Wecker klingelte heute bereits um 7 Uhr. Während viele auf dem Campingplatz noch schliefen, machten wir uns auf den Weg zum Meer. Das Wasser war angenehm warm, die Luft noch frisch und der Strand fast menschenleer. Es sind genau diese Momente, die einen Campingurlaub so besonders machen – wenn der Tag langsam erwacht und man das Gefühl hat, die Küste ganz für sich allein zu haben.

Nach einem gemütlichen Frühstück vor dem Wohnmobil war schnell klar: Heute würden wir die Umgebung mit dem Fahrrad erkunden.

Durch den Tombolo-Naturpark
Schon wenige Minuten nach dem Campingplatz tauchten wir wieder in den wunderschönen Naturschutzpark Tomboli di Cecina ein. Der breite Radweg führte unter mächtigen Pinien hindurch, deren Kronen ein dichtes Dach bildeten. Das Sonnenlicht fiel nur in einzelnen Strahlen durch die Äste und sorgte für eine fast magische Stimmung.

Der Duft von Pinien, warmem Waldboden und Meer lag in der Luft. Immer wieder begegneten uns Spaziergänger, Jogger und Familien, die genauso wie wir diese herrliche Natur genossen.

Ankommen in Marina di Cecina
Nach einigen entspannten Kilometern durch den schattigen Pinienwald erreichten wir schließlich Marina di Cecina. Schon am Ortseingang wurden wir wieder von den beeindruckenden Schirmkiefern begrüßt. Ihre gewaltigen Kronen bilden ein natürliches Dach über den Straßen und gehören für uns einfach zur Toskana dazu. Jedes Mal bleiben wir kurz stehen und bewundern diese außergewöhnlichen Bäume.

Wenig später öffnete sich der Blick auf das Meer. Der breite Sandstrand lag ruhig vor uns, das Wasser schimmerte in verschiedenen Blautönen und trotz des schönen Wetters war es angenehm entspannt. Am Strand wachten die Rettungsschwimmer bereits über die ersten Badegäste, während andere einfach die Ruhe genossen oder einen Spaziergang am Wasser machten.

Natürlich durfte auch ein kurzer Halt am „Benvenuti a Marina di Cecina“-Schriftzug nicht fehlen – ein schönes Erinnerungsfoto, bevor wir weiter in Richtung Hafen radelten.

Von der Brücke aus bot sich ein herrlicher Blick über den kleinen Hafen mit seinen Segelbooten und Yachten. Das glitzernde Wasser, die vielen Masten und der tiefblaue Himmel machten diesen Moment zu einem der schönsten Eindrücke unserer heutigen Tour.

Mit dem Fahrrad nach Cecina
Vom Hafen aus folgten wir dem hervorragend ausgebauten Radweg entlang des Flusses Cecina. Die Strecke führte durch eine ruhige, grüne Landschaft mit Schilf, Wiesen und weiten Ausblicken auf die sanften Hügel der Toskana.

Die Fahrt war angenehm flach und machte einfach Spaß – ideal, um die Umgebung entspannt zu genießen.
Nach wenigen Kilometern erreichten wir die Stadt Cecina. Gleich am Eingang des Zentrums fiel uns das eindrucksvolle Kriegerdenkmal auf, das an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert.

Von dort ging es weiter zur Chiesa dei Santi Giuseppe e Leopoldo, der Hauptkirche der Stadt. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts unter Großherzog Leopold II. erbaut und prägt mit ihrem markanten Glockenturm bis heute das Stadtbild. Vor der Kirche befindet sich ein kleiner Platz mit einem Brunnen, auf dem sich Einheimische und Besucher treffen.

Nach unserer kleinen Besichtigung durfte natürlich eines nicht fehlen: eine italienische Espressopause. In einem gemütlichen Straßencafé setzten wir uns in den Schatten und genossen einen kräftigen Espresso – klein, aromatisch und typisch italienisch.

Früher 1 €, heute 2 € – der Espresso bleibt trotzdem ein Muss. ☕
Genau diese kurzen Momente gehören für uns zu einer Fahrradtour durch die Toskana dazu. Man nimmt sich Zeit, beobachtet das Leben auf den Plätzen und genießt einfach den Augenblick, bevor es wieder weitergeht.
Guardistallo – Ein Bilderbuchdorf mit Aussicht
Nach den flachen Kilometern entlang der Küste änderte sich die Landschaft langsam. Die Straße führte bergauf, vorbei an Olivenbäumen, Zypressen und kleinen Höfen, bis wir schließlich Guardistallo erreichten – ein kleines mittelalterliches Dorf auf einem Hügel oberhalb der etruskischen Küste.

Schon die ersten Häuser machten klar, warum sich der Anstieg gelohnt hatte.

Enge Gassen, Natursteinfassaden, grüne Fensterläden und liebevoll restaurierte Gebäude verleihen dem Ort seinen ganz besonderen Charme.

Hier scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Autos begegnet man nur selten, stattdessen laden kleine Plätze und verwinkelte Gassen dazu ein, einfach ohne Ziel durch das Dorf zu schlendern.

Immer wieder öffnet sich zwischen den Häusern der Blick über die sanften Hügel der Toskana bis hinaus auf das glitzernde Tyrrhenische Meer.

Nach einem gemütlichen Frühstück packten wir schließlich unsere sieben Sachen zusammen. Gegen 11 Uhr verabschiedeten wir uns von unserem Campingplatz und machten uns auf den Heimweg. Gemeinsam fuhren wir zunächst bis nach Reifnitz am Wörthersee, wo sich unsere Wege trennten. Von dort aus machte ich mich alleine auf die letzte Etappe nach Gleisdorf.

An klaren Tagen reicht die Sicht kilometerweit – ein perfekter Ort für eine kleine Pause und natürlich für das eine oder andere Erinnerungsfoto.

Guardistallo gehört zu den Orten, die nicht mit großen Sehenswürdigkeiten beeindrucken, sondern mit ihrer authentischen Atmosphäre. Genau diese Ruhe und Ursprünglichkeit machen den besonderen Reiz des Dorfes aus und lassen einen den Alltag für einen Moment vergessen.

Wir folgten der offiziellen „Costa degli Etruschi Grand Tour“, einer rund 70 Kilometer langen Radtour, die die schönsten Küstenorte und mittelalterlichen Bergdörfer der etruskischen Küste miteinander verbindet.


Schon von Weitem war klar, dass sich der weitere Anstieg gelohnt hatte. Vor uns lag Casale Marittimo, offiziell ausgezeichnet als eines der „Borghi più belli d’Italia“ – einer der schönsten Orte Italiens. Solche Auszeichnungen gibt es in Italien nicht oft, und spätestens beim ersten Blick in die verwinkelten Gassen versteht man auch warum.

Die Räder schoben wir gemütlich durch das historische Zentrum.

Kopfsteinpflaster, jahrhundertealte Natursteinhäuser, kleine Plätze und liebevoll bepflanzte Hauseingänge verliehen dem Dorf genau den Charme, den man sich von einem toskanischen Bergdorf erhofft.

Hinter jeder Ecke wartete ein neues Fotomotiv, und wir ertappten uns immer wieder dabei, einfach stehen zu bleiben.

Besonders gefallen hat uns die kleine Chiesa di Sant’Andrea, die mit ihrem schlichten Glockenturm mitten im Ort steht.

Keine prunkvolle Kathedrale, sondern eine Kirche, die perfekt zum ruhigen Charakter des Dorfes passt. Genau diese Einfachheit macht den besonderen Reiz von Casale Marittimo aus.

Je höher wir durch die schmalen Gassen kamen, desto spektakulärer wurde die Aussicht. Vor uns lag die typisch toskanische Landschaft mit sanften Hügeln, Olivenhainen, Weinbergen und den langen Reihen dunkler Zypressen. In der Ferne glitzerte sogar das Tyrrhenische Meer. Dieser Blick allein war die Anstrengung des Anstiegs wert.

Wir ließen uns bewusst Zeit, schlenderten ohne festen Plan durch die kleinen Gassen und genossen die entspannte Atmosphäre.

Es gab keinen Lärm, keinen Trubel – nur das leise Klappern unserer Fahrräder auf dem Kopfsteinpflaster und das Gefühl, einen Ort entdeckt zu haben, an dem die Zeit ein wenig langsamer vergeht.

Bevor wir wieder auf unsere Räder stiegen, füllten wir an einem der historischen Brunnen noch einmal unsere Trinkflaschen mit frischem Wasser auf. Eine kleine Pause, die perfekt zu diesem besonderen Ort passte – denn Casale Marittimo war für uns nicht einfach nur ein Zwischenstopp, sondern eines der schönsten Highlights der gesamten Radtour entlang der Costa degli Etruschi.

Von Casale Marittimo nach Bibbona – durch das Herz der Toskana
Kaum lassen wir Casale Marittimo hinter uns, öffnet sich die Landschaft erneut.

Die Straße führt sanft bergab durch Olivenhaine, goldene Felder und vorbei a den für die Toskana so typischen Zypressen.

Immer wieder drehen wir uns um. Der Blick zurück auf das kleine Bergdorf lohnt sich jedes Mal. Von weitem wirkt Casale Marittimo fast wie eine Filmkulisse – ein Dorf aus Naturstein, das auf einem Hügel über der Landschaft thront.

Die wenigen Kilometer nach Bibbona gehören zu den schönsten Abschnitten unserer Tour.

Nicht wegen spektakulärer Sehenswürdigkeiten, sondern wegen dieser Ruhe.

Kaum Verkehr, warme Sommerluft und das leise Summen der Zikaden begleiten uns auf dem Weg.

Schließlich erreichen wir Bibbona. Weniger bekannt als manche Nachbarorte, aber genau das macht seinen Reiz aus.
Schon am Ortseingang begrüßt uns die Chiesa di Santa Maria della Pietà. Ihre markante Kuppel erhebt sich über den Natursteinhäusern und verrät sofort, dass Bibbona mehr ist als nur ein weiterer kleiner Ort in der Toskana. Wir steigen kurz vom Rad, genießen die ruhige Atmosphäre und lassen den Blick über dieses Renaissancebauwerk schweifen, bevor wir weiter in die verwinkelten Gassen des historischen Ortskerns eintauchen.

Hier geht alles noch ein wenig langsamer. Auf dem kleinen Platz vor dem Palazzo Civico sitzen Einheimische im Schatten, während die mächtige Kirche über den Ort wacht.

Die engen Gassen aus hellem Naturstein laden dazu ein, einfach ohne Ziel loszulaufen.

Bibbona wirkt nicht geschniegelt oder perfekt herausgeputzt. Es wirkt echt. Genau deshalb gefällt es uns. Ein Ort, der nicht laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern seine Geschichte ganz selbstverständlich erzählt.

Mit dem Fahrrad von Bibbona nach Bolgheri
Nach unserem Spaziergang durch Bibbona schwangen wir uns wieder auf unsere Fahrräder. Unser nächstes Ziel war das berühmte Weinörtchen Bolgheri – ein Ort, den wir schon lange einmal besuchen wollten. Die Strecke ist zwar nicht besonders lang, doch sie führt durch eine Landschaft, in der man am liebsten alle paar Minuten anhalten möchte.

Schon kurz hinter Bibbona zeigte der Wegweiser die Richtung. Bolgheri lag vor uns und wir freuten uns auf eine entspannte Fahrt durch die typisch toskanische Landschaft. Rechts und links wechselten sich Weinberge, Felder und Olivenhaine ab, während die Mittagssonne den Himmel in ein tiefes Blau tauchte.

Die Straße führte zunächst durch ein ruhiges Waldstück. Hier wurde es angenehm schattig und nur das Surren unserer Fahrradreifen und das Zwitschern der Vögel begleiteten uns. Nach der Wärme in Bibbona tat diese kleine Abkühlung richtig gut.

Dann tauchte plötzlich die erste lange Zypressenallee auf. Die Fahrt wirkte wie aus einem Bilderbuch. Die schlanken Bäume standen wie Soldaten Spalier und vermittelten sofort dieses typische Toskana-Gefühl.

Wenig später erreichten wir die berühmte Viale dei Cipressi – eine der bekanntesten Straßen Italiens. Kilometerlang säumen mächtige Zypressen die Allee und bilden eine beeindruckende Kulisse. Obwohl wir sie schon unzählige Male auf Fotos gesehen hatten, ist es etwas ganz anderes, selbst hindurchzuradeln.

Immer wieder wechselte das Licht zwischen Sonne und Schatten. Die hohen Bäume spendeten angenehme Kühle und machten die Fahrt selbst bei sommerlichen Temperaturen überraschend angenehm. Natürlich mussten wir immer wieder anhalten, um Fotos zu machen.
Je näher wir Bolgheri kamen, desto majestätischer wurde die Allee. Am Ende der Straße tauchte schließlich das erste historische Gebäude auf und kündigte an, dass das berühmte Weinörtchen nicht mehr weit entfernt war.

Als wir schließlich die ersten Häuser erreichten, wussten wir sofort, warum Bolgheri jedes Jahr so viele Besucher anzieht.

Das mittelalterliche Dorf wirkte wie eine kleine Zeitreise – genau der richtige Ort, um unsere Fahrräder abzustellen und die engen Gassen zu Fuß zu erkunden.
Kaum hatten wir unsere Fahrräder abgestellt, zog uns das historische Zentrum von Bolgheri sofort in seinen Bann. Zwischen den alten Natursteinhäusern herrschte eine entspannte Atmosphäre. Trotz der vielen Besucher wirkte das Dorf ruhig und authentisch – genau so, wie man sich ein toskanisches Weinörtchen vorstellt.

Schon nach wenigen Metern entdeckten wir kleine Geschäfte, die perfekt zum Charme des Ortes passten. Eines davon bot regionale Spezialitäten, feine Gewürze und liebevoll präsentierte Produkte aus der Toskana an. Selbst wenn man nichts kaufen möchte, lohnt sich ein Blick hinein.

Wir schlenderten ohne Eile durch die engen Gassen. Hinter jeder Ecke wartete ein neues Fotomotiv – alte Mauern, kleine Fensterläden und historische Gebäude, die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen.

Besonders faszinierend waren die schmalen Durchgänge zwischen den Häusern. Manche Gassen waren so eng, dass sich gerade einmal zwei Menschen begegnen konnten. Genau diese verwinkelten Wege verleihen Bolgheri seinen einzigartigen Charakter.

Ein kleiner Laden voller Lavendel ließ uns sofort stehen bleiben. Überall hingen liebevoll gestaltete Stoffpuppen, Lavendelsäckchen und kleine Souvenirs in den typischen Farben der Provence und der Toskana. Der angenehme Duft lag in der Luft und machte den Laden zu einem echten Hingucker.

Natürlich durfte in Bolgheri auch eine Vinothek nicht fehlen. Edle Weine aus der Region standen ordentlich in den Regalen, daneben hochwertiges Olivenöl und große Holzkisten mit bekannten Namen aus Bolgheri. Für Weinliebhaber ist dieser Ort ein kleines Paradies.

Nach unserem Rundgang hatten wir uns eine kleine Pause verdient. In einer gemütlichen Enoteca fanden wir ein schattiges Plätzchen und ließen das italienische Lebensgefühl auf uns wirken. Zwischen Weinflaschen, freundlichem Service und entspannter Atmosphäre verging die Zeit wie im Flug.

Mit einem gut gekühlten Glas Bier stießen wir auf diesen wunderschönen Tag an. Nach der Radtour schmeckte das Bier gleich doppelt so gut. Manchmal sind es genau diese kleinen Momente – ein schattiger Platz, ein gutes Glas Bier oder Wein und die besondere Atmosphäre eines Ortes –, die eine Reise unvergesslich machen.
Je länger wir durch Bolgheri schlenderten, desto mehr entdeckten wir die kleinen Details, die diesem Ort seinen besonderen Charme verleihen. Hinter jeder Ecke wartete ein neues Fotomotiv – alte Holztüren, kunstvoll vergitterte Fenster und jahrhundertealte Natursteinfassaden, die vom Leben vergangener Generationen erzählen.

Besonders schmunzeln mussten wir über die Statue der “Nonna Lucia”. Natürlich durfte auch ein Erinnerungsfoto nicht fehlen. Solche kleinen Begegnungen machen einen Ort oft noch sympathischer und bleiben lange in Erinnerung.

Beim gemütlichen Bummeln ließen wir uns einfach treiben. Mal blieb der Blick an einem historischen Eingang hängen, dann wieder an den verwitterten Mauern oder den schmalen Gassen, die den mittelalterlichen Charakter des Dorfes bis heute bewahrt haben.

Überall entdeckten wir liebevoll restaurierte Fenster und Türen, deren Steinrahmen seit Jahrhunderten Wind und Wetter trotzen. Gerade diese Details verleihen Bolgheri seinen unverwechselbaren Charakter.

Natürlich führte unser Weg auch an mehreren gemütlichen Enotecas vorbei. Von außen wirkten sie unscheinbar, doch schon beim Blick hinein wurde klar, dass hier die großen Weine der Region zu Hause sind.

Im Inneren hingen unzählige Schinken von der Decke, der Duft italienischer Spezialitäten lag in der Luft und machte sofort Appetit. Am liebsten hätten wir uns durch die gesamte Speisekarte probiert.

Zum Abschluss unseres Rundgangs warfen wir noch einen letzten Blick auf die wunderschön erhaltenen Häuserfassaden. Die Kombination aus Naturstein, Backstein und den dunklen Fensterläden machte den Ort zu einem der schönsten Dörfer, die wir auf unserer Fahrradtour besucht haben.

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Bolgheri. Doch der Tag war noch lange nicht vorbei. Wir schwangen uns wieder auf unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel – vorbei an Weinbergen, Zypressen und der typisch toskanischen Landschaft, die uns auf jedem Kilometer aufs Neue begeisterte.

Eigentlich hätten wir unterwegs abbiegen sollen. Doch wir fuhren irrtümlich geradeaus und landeten so in Castagneto Carducci.


Im Nachhinein waren wir über diesen kleinen Umweg sogar froh. Wieder einmal zeigte sich, dass im Leben nichts umsonst ist. Ohne den Irrtum hätten wir diesen wunderschönen Ort mit seinen engen Gassen, den alten Steinhäusern und dem herrlichen Ausblick über die sanften Hügel der Toskana nie entdeckt.



Natürlich kamen wir dadurch mit einiger Verspätung am Weingut Terre del Marchesato an. Doch auch das hatte etwas Gutes: Während wir auf die nächste Weinverkostung warteten, konnten wir unsere E-Bikes wieder aufladen. Zum Glück hatte ich das Ladegerät vorsorglich eingepackt und wir hatten auch ausreichend Getränke dabei. So konnten wir uns kurz erholen, die Akkus füllen – unsere eigenen und die der Fahrräder – und waren eine Stunde später pünktlich bei der nächsten Weinverkostung dabei.
Schon bei der Ankunft fiel uns der mächtige, jahrhundertealte Olivenbaum vor dem Weingut ins Auge. Er symbolisiert die lange Tradition und Verbundenheit der Familie mit dieser Region der Toskana.

Rund um das Weingut wachsen auf den mineralreichen Böden die Reben für die bekannten Bolgheri-Weine. Das mediterrane Klima, die Nähe zum Meer und die sorgfältige Arbeit im Weinberg schaffen ideale Voraussetzungen für Weine von außergewöhnlicher Qualität.

Bevor die Weinverkostung begann, führte uns unsere sympathische Reiseleiterin durch das Weingut. Zuerst besichtigten wir die modernen Edelstahltanks. Hier wird der frisch geerntete Traubensaft temperaturkontrolliert vergoren. So bleiben die feinen Fruchtaromen und die typischen Eigenschaften der einzelnen Rebsorten erhalten.

Für einige Spitzenweine kommen spezielle Gärtanks zum Einsatz. Diese Form ermöglicht es, den Tresterhut während der Gärung besonders schonend zu bearbeiten. Dadurch werden Farbe, Tannine und Aromen optimal aus den Trauben gelöst.

Während der Führung erklärte uns unsere Guide jeden einzelnen Schritt – von der Anlieferung der Trauben bis zur fertigen Abfüllung. Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft und Präzision hier gearbeitet wird.

An den Tanks konnten wir auch die Temperatur ablesen. Die Gärung fand gerade bei etwa 17,7 Grad statt – eine ideale Temperatur für viele Weiß- und Roséweine, um ihre frischen und fruchtigen Aromen zu bewahren.

Anschließend ging es hinunter in den Barriquekeller. Hier herrschten angenehme Kühle und eine besondere Atmosphäre. In den kleinen Eichenfässern reifen die hochwertigen Rotweine über Monate oder sogar Jahre. Während dieser Zeit entwickeln sie ihre feinen Holznoten, mehr Tiefe und eine besondere Eleganz.


Jedes Fass trägt seine eigene Kennzeichnung und dokumentiert genau, welcher Wein darin reift und wie lange er gelagert wird. So kann die Qualität jederzeit lückenlos nachverfolgt werden.

Besonders spannend war der Blick zwischen die Fässer. Hier konnten wir sehen, wie die Weine regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Jedes Fass wird sorgfältig überwacht, damit sich der Wein unter optimalen Bedingungen entwickeln kann.

Ein Fass wiegt gefüllt rund 300 bis 350 Kilogramm. Ohne diese Rollen wäre das Drehen praktisch unmöglich.
Zum Schluss zeigte uns unsere Guide noch einige der traditionellen Werkzeuge, die früher für die Weinherstellung verwendet wurden. Auch wenn heute vieles moderner geworden ist, spürt man auf dem Weingut noch immer den großen Respekt vor der jahrhundertealten Weinbautradition der Toskana.

Dann ging es in den stilvoll eingerichteten Verkostungsraum, wo wir bereits von unserer sympathischen Gastgeberin erwartet wurden. Auf dem Tisch standen die Gläser bereit und wir bekamen zunächst eine Einführung in das Weingut, seine Geschichte und die Philosophie der Familie Fuselli.

Bevor der erste Wein eingeschenkt wurde, wartete noch eine kleine Überraschung auf uns. Mit einer Aromabox konnten wir verschiedene Düfte erraten, die später auch im Wein wiederzufinden sind. Darunter waren unter anderem Apfel, Melone, schwarze Johannisbeere, Minze, Vanille, Lakritz, Muskatnuss oder Nelken. Eine tolle Übung, um den Geruchssinn zu schärfen und die feinen Aromen der Weine später bewusster wahrzunehmen.

Anschließend begann die eigentliche Verkostung. Insgesamt durften wir fünf Weine probieren – vom frischen Weißwein bis hin zu den kräftigen Rotweinen des Weinguts. Zu jedem Wein erklärte unsere Gastgeberin die verwendeten Rebsorten, den Ausbau sowie die Besonderheiten des jeweiligen Jahrgangs.

Den Auftakt machte der Papeo, ein frischer Bolgheri Bianco. Mit seinen fruchtigen und floralen Noten ist er ein idealer Sommerwein und passte perfekt als Einstieg in die Verkostung.

Danach folgte der Emilio Primo Bolgheri DOC. Dieser Rotwein besteht hauptsächlich aus Cabernet Sauvignon und Merlot und überzeugte mit Aromen von dunklen Beeren, Gewürzen und einer angenehmen Eleganz. Für viele gilt er als der klassische Bolgheri-Wein des Hauses.

Als Nächstes probierten wir den Marchesale Bolgheri Superiore DOC. Er reift länger im Barrique und zeigt dadurch deutlich mehr Tiefe und Komplexität. Kräftige Frucht, feine Röstaromen und perfekt eingebundene Tannine machen ihn zu einem besonders harmonischen Wein.

Besonders beeindruckt hat mich auch der moderne Weinklimaschrank, in dem verschiedene Spitzenweine bei optimaler Temperatur gelagert und den Gästen serviert werden. So kommen die feinen Aromen jedes einzelnen Weins perfekt zur Geltung.

Nach einer rund zweistündigen Führung und Verkostung verabschiedeten wir uns.

Mit diesem schönen Zitat von Giosuè Carducci verabschiedeten wir uns von Terre del Marchesato. Es bringt genau das zum Ausdruck, was wir während unseres Besuchs erleben durften: Wein ist weit mehr als nur ein Getränk. Er erzählt Geschichten, verbindet Menschen und spiegelt die Leidenschaft der Winzer wider.
„…doch durch die Gassen des Dorfes zieht vom Gären der Weinfässer der herbe Duft des Weines, um die Herzen der Menschen zu erfreuen.“
Ein passenderes Ende für diesen besonderen Besuch hätten wir uns kaum wünschen können
Nach der Weinverkostung machten wir uns wieder auf den Rückweg – allerdings nicht, ohne noch einmal über die wohl berühmteste Straße der Toskana zu fahren: die Viale dei Cipressi.

Die fast fünf Kilometer lange Allee verbindet das kleine Oratorium San Guido mit dem mittelalterlichen Dorf Bolgheri. Gesäumt wird sie von beeindruckenden 2.540 jahrhundertealten Zypressen, die im 19. Jahrhundert gepflanzt wurden. Berühmt wurde die Allee durch den italienischen Dichter Giosuè Carducci, der sie in seinem Gedicht Davanti San Guido verewigte. Heute zählt sie zu den bekanntesten Fotomotiven der gesamten Toskana – und wenn man selbst dort entlangradelt, versteht man sofort warum.

Ein letztes Mal ließen wir den Blick über die endlosen Reihen der majestätischen Zypressen schweifen. Zwischen Weinbergen, Olivenhainen und der sommerlichen Hitze der Toskana genossen wir jeden einzelnen Kilometer dieser einzigartigen Kulisse.


Nach einem erlebnisreichen Tag ließen wir den Abend ganz entspannt am Strand ausklingen. Bei einem kühlen Cocktail beobachteten wir, wie die Sonne langsam im Tyrrhenischen Meer versank und den Himmel in warme Gold- und Orangetöne tauchte.

Während wir auf den Tag zurückblickten, wurde uns bewusst, wie abwechslungsreich er gewesen war: eine wunderschöne Radtour durch die Weinberge rund um Bolgheri, die berühmte Viale dei Cipressi mit ihren rund 2.540 majestätischen Zypressen, interessante Einblicke in ein traditionsreiches Weingut, ausgezeichnete Weine und schließlich dieser traumhafte Sonnenuntergang am Meer.

Genau diese Mischung macht die Toskana für uns so besonders: malerische Landschaften, kulinarische Genüsse, Bewegung in der Natur und Momente, in denen man einfach innehält und den Augenblick genießt.
Mit einem letzten Blick auf die untergehende Sonne endete ein perfekter Urlaubstag – einer, den wir uns noch lange mit einem Lächeln erinnern werden.
🎥 Unsere komplette Bolgheri-Runde im Video
Manche Eindrücke lassen sich mit Fotos kaum einfangen. Deshalb haben wir unsere E-Bike-Tour durch die Toskana auch gefilmt. Begleite uns auf der berühmten Bolgheri-Runde – vom Tombolo-Naturpark über Guardistallo, Casale Marittimo und Bibbona bis nach Bolgheri. Freue dich auf die legendäre Viale dei Cipressi, traumhafte Landschaften, eine Weinverkostung im Weingut Terre del Marchesato und einen stimmungsvollen Sonnenuntergang am Meer.
Viel Spaß beim Anschauen! 🚴🇮🇹
Nach den vielen Eindrücken und den Kilometern des Vortages stand heute Entschleunigung auf dem Programm. Wir gönnten uns einen Tag ohne Termine, ohne Ziele – einfach nur Sonne, Meer und das Rauschen der Wellen.

Stundenlang genossen wir das warme Wasser, die mediterrane Sonne und die entspannte Atmosphäre am Strand. Zwischendurch ging es zurück zum Campingplatz, wo wir uns mit frischer Melone, Honigmelone, Prosciutto und einem kleinen Picknick stärkten.

Genau diese Tage gehören für uns genauso zu einem gelungenen Urlaub wie Ausflüge und Radtouren. Einfach einmal nichts müssen, den Moment genießen und neue Energie tanken.
Manchmal sind es gerade diese einfachen Augenblicke – barfuß im Sand, das Glitzern des Meeres und ein gemeinsames Essen unter freiem Himmel –, die am längsten in Erinnerung bleiben. ❤️
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt am Strand. Die Sonne wärmte angenehm, das Meer glitzerte in den schönsten Blautönen und die Zeit schien für ein paar Stunden stillzustehen.

Als sich der Tag langsam dem Ende zuneigte, suchten wir uns einen Platz direkt am Strand und stießen mit einem Aperol Spritz auf einen weiteren wunderschönen Urlaubstag in der Toskana an. Während die Sonne langsam im Meer versank und den Himmel in warme Orange- und Goldtöne tauchte, wurde uns wieder bewusst, wie wenig es manchmal braucht, um vollkommen glücklich zu sein.

Den gelungenen Abschluss bildete schließlich das Abendessen im Restaurant unseres Campingplatzes. Frische Meeresfrüchte, direkt vom Grill, dazu ein Glas Wein und das leise Rauschen der Wellen im Hintergrund – besser hätte dieser Tag kaum ausklingen können. Besonders die riesige Kaisergranate schmeckte hervorragend und machte das Abendessen zu einem echten kulinarischen Highlight.

Der letzte Morgen begrüßte uns noch einmal mit strahlendem Sonnenschein und spiegelglattem Meer. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, vor der Abreise noch eine Runde im angenehm warmen Wasser zu schwimmen.
Anschließend ließ ich zum Abschluss noch einmal die Drohne steigen. Aus der Luft zeigte sich die Küste von Marina di Bibbona noch einmal von ihrer schönsten Seite – endlose Strände, das tiefblaue Meer und die Ruhe dieses besonderen Ortes.


Drohnenflug über den Strand von Marina di Bibbona | Toskana 🇮🇹
Ein wunderschönes Wochenende in der Toskana ging damit zu Ende. Vier Tage voller Natur, Genuss, traumhafter Radtouren, entspannter Stunden am Meer und unvergesslicher Sonnenuntergänge.
Manchmal braucht es gar keine Fernreise ans andere Ende der Welt. Es sind genau solche Auszeiten, die neue Energie schenken und zeigen, wie viele besondere Orte direkt vor unserer Haustür auf uns warten.
Für uns steht jedenfalls fest: Die Toskana war jeden einzelnen Kilometer wert – und wir kommen ganz bestimmt wieder. 🇮🇹❤️

