Manchmal gibt es diese Abende, die sich schon lange vorher besonders anfühlen. Nicht laut, nicht groß angekündigt – aber innerlich spürt man: Das hier bedeutet mir etwas.
Die jährliche Faschingsshow gehört für mich genau dazu.

Ich durfte bisher gleich zweimal dabei sein: bei der Generalprobe – und dann bei der Premiere. Zwei Abende, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch dasselbe Herz haben. Fasching ist für mich kein „Event“. Fasching ist Brauchtum, Gemeinschaft und echtes Miteinander. Und ja – ich bin Unternehmerin. Aber an diesen Abenden bin ich vor allem eines: Faschingsrat mit ganzem Herzen.
Ruhe vor dem Sturm
Bevor der Saal sich füllt, bevor das Lachen laut wird, bevor die Musik beginnt – gibt es diesen Moment.
Der Saal ist leer. Still. Fast ehrfürchtig.
Ich liebe diesen Augenblick. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Man weiß, gleich passiert etwas. Gleich wird gelacht, geklatscht, gewunken, gefeiert. Aber jetzt gehört der Raum noch ganz uns allein.

Das heurige Thema der Show: „Einmal um die ganze Welt.“
Ich musste schmunzeln – denn wenn etwas zu mir passt, dann genau das. Reisen, Perspektiven, Vielfalt. Und all das verpackt in Humor, Musik und Fantasie.
Schon im Gang begrüßen kleine Weltkugeln aus Luftballons. So simpel – und doch so wirkungsvoll.

Hinter den Kulissen – dort, wo alles beginnt
Noch bevor der Vorhang aufgeht, bin ich mittendrin: Maske, Vorbereitung, letzter Blick in den Spiegel.

Im Verpflegungsraum wird gelacht, geratscht, gescherzt. Genau dort entsteht dieser berühmte gute Schmäh, der später auch auf der Bühne spürbar ist.

Als Faschingsräte stehen wir gemeinsam im Saal zur Vorbesprechung. Ein Gläschen Weißwein darf dabei nicht fehlen – Tradition ist schließlich Tradition – Stösschen! 😉

Diese Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Zusammenhalt ist jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes.
Der Höhepunkt des Abends
Und dann geht es los.
Der Saal füllt sich, das Licht verändert sich, Gespräche werden leiser. Man spürt förmlich, wie sich die Aufmerksamkeit bündelt. Jetzt zählt nur noch die Bühne.
Mit „Let’s Get Loud“ beginnt der Abend kraftvoll und energiegeladen. Ein Auftakt, der sofort mitreißt und den Ton für alles setzt, was noch kommt. Der Saal ist da. Wach. Bereit.
Der Abend war so bunt und vielfältig, dass man darüber ein ganzes Buch schreiben könnte – hier zeige ich nur eine Auswahl der Beiträge, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Danach steht Martin Pflüger auf der Bühne. Mit seiner Gitarre, mit seiner Stimme – und mit genau dem Gefühl, das Fasching braucht: Nähe, Humor und Herz. Ein Moment zum Zuhören, zum Schmunzeln, zum Mitsummen.
Mit „Je veux“ verbinden sich Gesang und Tanz zu einem stimmungsvollen Bild. Elegant, verspielt, leicht – ein Kontrast zum kraftvollen Beginn und gleichzeitig ein weiteres Kapitel dieser Reise durch den Abend.
Dann wird es herrlich absurd: Die Ministranten frieren sich auf dem Weg nach Rom durch, um den Papst zu überzeugen, die Kirche wieder einzuheizen. Eine Geschichte, wie sie nur im Fasching funktioniert – kreativ, überraschend und mit viel Gelächter im Saal.

Der Love Coach bringt das Publikum endgültig zum Lachen. Pointen sitzen, Blicke sprechen Bände, und man merkt: Hier wurde genau beobachtet, genau hingeschaut – und mit viel Feingefühl parodiert.
Als der Kaiser einzieht, erhebt sich der ganze Saal. Weiße Taschentücher schwenken durch die Luft, Menschen winken, lachen, feiern gemeinsam. Dieser Moment ist jedes Jahr aufs Neue Gänsehaut pur – gelebte Tradition und echtes Miteinander.
Dazwischen folgen viele weitere Beiträge, Gruppen und Auftritte – jeder mit eigener Idee, eigener Energie und viel Liebe zum Detail. Genau diese Vielfalt macht den Abend so rund und lebendig.
Kurz vor dem Finale sorgt Renate noch einmal für einen dieser Momente, die man nicht planen kann – aber nie vergisst.
Mit einem Kleiderbügel, an dem ein Anzug hängt, tanzt sie sich über die Bühne und bringt den Saal zum Toben. So simpel, so überraschend und so genial, dass man gar nicht anders kann, als Tränen zu lachen. Genau diese Art von Humor macht Fasching aus.
Den krönenden Abschluss bilden zwei Damen, gespielt von Tino und Harti. Eine Parodie, die besonders nah geht – denn plötzlich bin ich selbst Teil der Geschichte.
Faschingsrätin Irene Rosel sagt immer: Stösschen“ – und der Saal lacht. Herzlich, laut und gemeinsam.
Mehr als Applaus
Nach dem letzten Auftritt ist da dieses Gefühl: Erleichterung. Stolz. Freude.
Man spürt das „Wir haben es geschafft“ – auf der Bühne genauso wie im Publikum.
So viele Menschen, die das alles ehrenamtlich auf die Beine stellen. Aus Freude, aus Leidenschaft, aus Liebe zum Fasching. Der Zusammenhalt ist greifbar – vor, während und nach der Show.
Und genau das ist es, was bleibt.
Fasching ist für mich nicht nur ein Termin im Kalender.
Fasching ist Gemeinschaft. Herz. Lachen. Leben.
Und genau deshalb bin ich jedes Jahr so gern mittendrin.
Und es geht weiter …
Heute fahre ich nach Fischbach, wo ich als Präsidentin meine Ladyclub-Damen zum alljährlichen Clubtreffen begrüßen darf. Ein Wiedersehen, auf das ich mich sehr freue – mit Gesprächen, Begegnungen und gemeinsamen Momenten, die genauso wertvoll sind wie ein Abend auf der Bühne.
Und auch die Faschingsshow ist noch nicht ganz vorbei: Am Samstag steht die letzte Vorstellung an!
Davon – und auch vom Clubtreffen – werde ich am Sonntag in meinem Blog berichten.
Denn manche Geschichten enden nicht mit dem letzten Applaus.
Sie gehen einfach weiter.

