Die Kunst, zufrieden zu sein


Neulich habe ich mich dabei ertappt, wie ich über etwas nachgedacht habe, das ich schon mein ganzes Leben beobachte.

Kaum haben wir etwas erreicht, steht schon das nächste Ziel vor uns.

Das größere Haus.

Das neuere Auto.

Die nächste Reise.

Mehr Erfolg.

Mehr Geld.

Mehr Anerkennung.

Irgendwie scheint es, als würden wir ständig auf etwas warten, das uns noch glücklicher machen soll als das, was wir bereits haben.

Dabei frage ich mich manchmal, ob wir überhaupt noch merken, wenn wir eigentlich schon angekommen sind.

Versteht mich nicht falsch.

Ich habe mein Leben lang gerne Ziele verfolgt.

Ich habe gearbeitet, aufgebaut, geplant und entschieden.

Ich glaube nicht, dass Ehrgeiz etwas Schlechtes ist.

Im Gegenteil.

Viele schöne Dinge entstehen nur, weil Menschen Träume haben und bereit sind, dafür etwas zu tun.

Aber irgendwann habe ich verstanden, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Traum und einem Dauerlauf.

Denn wenn wir immer nur dem Nächsten hinterherlaufen, verpassen wir vielleicht das, was gerade vor uns liegt.

Die Tasse Kaffee am Morgen.

Ein gutes Gespräch.

Ein gemeinsames Lachen.

Die Vorfreude auf eine Reise.

Oder einfach das Gefühl, dass das Leben gerade ganz in Ordnung ist.

Auf meinen Reisen begegnen mir Menschen mit sehr wenig Besitz, die eine unglaubliche Gelassenheit ausstrahlen.

Und ich begegne Menschen, die scheinbar alles haben und trotzdem nie zufrieden wirken.

Das hat mich nachdenklich gemacht.

Vielleicht liegt Zufriedenheit gar nicht darin, immer mehr zu bekommen.

Vielleicht liegt sie darin, öfter wahrzunehmen, was bereits da ist.

Dankbarkeit ist ein Wort, das oft verwendet wird.

Manchmal sogar zu oft.

Aber im Kern steckt etwas Wahres darin.

Denn wenn wir nie lernen, das Vorhandene zu schätzen, wird auch das Nächste nicht reichen.

Dann wird aus jedem erreichten Ziel nur eine Zwischenstation zum nächsten Wunsch.

Für mich bedeutet Zufriedenheit heute nicht, keine Träume mehr zu haben.

Ich freue mich auf neue Reisen.

Auf Abenteuer.

Auf die Weltreise, die vor mir liegt.

Auf all die Orte und Menschen, die ich noch kennenlernen werde.

Aber ich möchte nicht warten, bis all das passiert, um glücklich zu sein.

Denn das Leben beginnt nicht irgendwann später.

Es findet genau jetzt statt.

Vielleicht ist das die eigentliche Kunst.

Nicht aufhören zu träumen.

Aber trotzdem erkennen, wenn es gerade gut ist.

Und manchmal einfach dazustehen, sich umzusehen und zu sagen:

Ja.

So wie es gerade ist, passt es.

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