104 Jahre – das ist mein Plan


Was ich von den sogenannten Super Agern gelernt habe

Neulich war ich wieder wie jeden Morgen laufen.

Eigentlich beginnt mein Tag fast immer so. Kurz nach dem Aufstehen ziehe ich meine Laufschuhe an und gehe los. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich weiß, wie gut mir diese erste halbe Stunde des Tages tut.

Am frühen Morgen ist die Luft frisch, die Welt noch ruhig und mein Kopf frei. Gleichzeitig bringe ich meinen Stoffwechsel gleich nach dem Aufstehen richtig in Schwung und starte mit einem ganz anderen Gefühl in den Tag.

Natürlich meldet sich auch bei mir manchmal der innere Schweinehund.

Der flüstert mir zu, dass ich heute auch einmal aussetzen könnte.

Aber ich habe gelernt, dass ich mich hinterher jedes Mal freue, wenn ich trotzdem gegangen bin.

Während ich vor einigen Tagen lief, fiel mein Blick auf ein Transparent.

Darauf wurde einem Mann zum 101. Geburtstag gratuliert.

Ich musste lächeln.

Und fast im selben Moment dachte ich mir:

Warum eigentlich nicht 104?

Wer mich kennt, weiß, dass ich mir gerne Ziele setze.

Ob ich tatsächlich einmal 104 Jahre alt werde, kann natürlich niemand wissen.

Aber eines weiß ich ganz sicher:

Ich möchte alles dafür tun, damit ich möglichst lange gesund, beweglich, neugierig und voller Lebensfreude bleibe.

Vor einiger Zeit bin ich auf einen Begriff gestoßen, den ich vorher noch nie gehört hatte:

Super Ager.

So nennt man Menschen, die auch im hohen Alter geistig erstaunlich fit bleiben. Menschen, die mit achtzig oder neunzig noch neugierig auf das Leben sind, sich bewegen, Interessen haben, lachen und offen für Neues bleiben.

Je mehr ich darüber gelesen habe, desto mehr dachte ich mir:

Vielleicht beginnt der Weg dorthin gar nicht erst mit achtzig.

Vielleicht beginnt er heute.

Ich glaube nicht, dass wir alles beeinflussen können.

Unsere Gene spielen sicher eine Rolle.

Und niemand weiß, was das Leben für uns bereithält.

Aber ich bin überzeugt, dass wir jeden einzelnen Tag Entscheidungen treffen, die unsere Zukunft mitgestalten.

Nicht mit einer großen Entscheidung.

Sondern mit vielen kleinen.

Ich lerne gerade Spanisch.

Nicht, weil ich es unbedingt brauche.

Sondern weil ich meinem Gehirn immer wieder neue Aufgaben geben möchte.

Ich plane mit Begeisterung Reisen.

Ich liebe es, neue Länder kennenzulernen, Routen zusammenzustellen und mich auf das nächste Abenteuer zu freuen.

Ich schreibe diesen Blog.

Ich beschäftige mich mit Künstlicher Intelligenz.

Ich probiere neue Dinge aus.

Nicht, weil ich überall mithalten muss.

Sondern weil ich neugierig geblieben bin.

Und ich glaube, genau diese Neugier hält uns jung.

Genauso wichtig ist für mich Bewegung.

Ich habe vor Kurzem wieder bewusst begonnen zu trainieren.

Nicht, um irgendwelche Rekorde aufzustellen.

Sondern weil ich meinem Körper etwas zurückgeben möchte.

Ganz ehrlich?

Auch bei mir gewinnt der innere Schweinehund manchmal fast.

Aber eben nur fast.

Denn ich weiß inzwischen, dass jede Runde, die ich laufe, jede Bewegung und jede kleine Anstrengung eine Investition in meine Zukunft ist.

Nicht nur mein Körper soll fit bleiben.

Auch mein Kopf.

Ich glaube außerdem fest daran, dass Lachen gesund ist.

Dass gute Gespräche uns bereichern.

Dass Familie und Freunde unserem Leben Sinn geben.

Dass Reisen unseren Horizont erweitern.

Und dass eine positive Lebenseinstellung oft mehr bewirken kann, als wir ihr zutrauen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass immer alles leicht ist.

Auch ich kenne Sorgen.

Enttäuschungen.

Und Tage, an denen nicht alles nach Plan läuft.

Aber ich versuche trotzdem, den Blick immer wieder auf das Gute zu richten.

Nicht, weil ich Probleme verdränge.

Sondern weil ich nicht möchte, dass sie mein ganzes Leben bestimmen.

Je mehr ich über Super Ager nachdenke, desto mehr komme ich zu einem einfachen Schluss.

Es gibt wahrscheinlich gar kein großes Geheimnis.

Vielleicht sind es vielmehr die kleinen Gewohnheiten, die wir jeden Tag leben.

Die Runde am frühen Morgen.

Die Entscheidung, eine neue Sprache zu lernen.

Die Vorfreude auf die nächste Reise.

Ein herzliches Lachen.

Ein gutes Gespräch.

Die Bereitschaft, immer wieder etwas Neues auszuprobieren.

Und der Mut, nie aufzuhören, neugierig zu sein.

Ob ich tatsächlich einmal 104 Jahre alt werde?

Das wird die Zukunft zeigen.

Aber eines wünsche ich mir von Herzen.

Ich möchte nicht einfach nur alt werden.

Ich möchte lebendig bleiben.

Mit einem offenen Herzen.

Mit Freude am Lernen.

Mit Lust auf neue Abenteuer.

Mit Bewegung.

Mit Menschen, die mir wichtig sind.

Und mit der Neugier auf den nächsten Tag.

Denn vielleicht ist genau das das wahre Geheimnis der Super Ager.

Nicht die Anzahl der Jahre.

Sondern wie wir sie leben.

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