Warum Reisen für mich nichts mit Urlaub zu tun hat


„Schönen Urlaub!“
Das sagen Menschen oft zu mir, wenn ich erzähle, dass ich wieder unterwegs bin.

Ich lächle dann. Und sage meistens nichts.
Weil es einfacher ist, als zu erklären, dass sich dieses Wort für mich nie richtig angefühlt hat.

Urlaub klingt nach Abschalten.
Nach Pause vom Leben.
Nach Wegsein, um nicht da sein zu müssen.

Reisen ist für mich das Gegenteil.


Ich reise nicht, um wegzukommen

Ich reise, um hinzukommen.

Zu Orten.
Zu Menschen.
Zu Stimmungen, Gerüchen, Geräuschen, Blicken.

Ich reise, weil ich neugierig bin. Nicht rastlos – neugierig.
Weil mich interessiert, wie das Leben anderswo klingt.
Wie sich ein Morgen in einem anderen Land anfühlt.
Wie Menschen lachen, diskutieren, warten, arbeiten, feiern.

Reisen ist für mich keine Flucht.
Es ist eine Vertiefung.


Ich will die Welt nicht konsumieren – ich will sie spüren

Ich brauche kein Programm, das mir sagt, wann ich entspannen soll.
Keine Animation.
Keinen Liegestuhl, der mir Ruhe verspricht.

Wenn ich unterwegs bin, bin ich wach.
Ich schaue. Ich höre. Ich gehe. Ich bleibe stehen.
Ich setze mich in ein Café, ohne Ziel, ohne Plan – und lasse das Leben vorbeiziehen.

Manchmal passiert nichts Spektakuläres.
Und genau dann passiert oft alles.


Schönheit ist für mich kein Postkartenmoment

Schön ist nicht nur das, was perfekt aussieht.
Schön ist das Unperfekte. Das Echte. Das Unerwartete.

Ein Gespräch mit Händen und Füßen.
Ein Blick, der mehr sagt als Worte.
Ein Ort, an dem ich plötzlich denke: Ja. Genau so.

Dieses Gefühl kann überall entstehen.
Und jedes Mal erweitert es meinen Horizont ein kleines Stück.


Und dann komme ich nach Hause

Und das ist genauso schön.

Weil ich nicht geflüchtet bin.
Weil ich nichts hinter mir lassen musste.
Weil mein Zuhause kein Gegenspieler zur Welt ist, sondern ein Teil davon.

Ich komme zurück – mit Eindrücken, mit Geschichten, mit einem weiteren Blickwinkel.
Nicht erschöpft. Nicht leer. Sondern voller.


Urlaub wäre für mich etwas anderes

Urlaub wäre, eine Woche irgendwo zu liegen und nichts zu tun.
Und das darf für andere wunderbar sein.

Für mich ist es das nicht.
Nach ein paar Stunden möchte ich los. Etwas sehen. Etwas erleben.
Nicht, weil ich unruhig bin – sondern weil ich lebendig bin.


Warum ich das hier schreibe

Weil viele glauben, man müsse reisen, um dem Alltag zu entkommen.
Ich reise, um ihn besser zu verstehen.

Weil ich glaube, dass Neugier eine Form von Dankbarkeit ist.
Und dass die Welt größer wird, wenn man sich traut, sie wirklich zu betreten.

Miles of Lifetime ist genau das:
kein Weglaufen.
kein Hochglanz-Urlaub.
sondern ein bewusstes Leben – unterwegs und daheim.

Und vielleicht erkennst du dich ja ein bisschen darin wieder.
Oder denkst beim nächsten „Schönen Urlaub!“ kurz nach.

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8 Kommentare zu “Warum Reisen für mich nichts mit Urlaub zu tun hat”

  1. Liebe Irene,
    deine Worte berühren mich sehr.
    Sie fühlen sich für mich so wahr an und sind so inspirierend.
    Vielen herzlichen Dank!❤️
    Ich wünsche dir noch ganz viele wunderbare Reisen🌞 und freue mich auf deinen nächsten Bericht 🥰
    Alles Liebe Heidi

  2. Liebe Irene,

    ich bin so froh, hier zu sein. Jedes Mal, wenn ich deine Worte lese, verstehe ich deine Sicht auf das Leben besser.

    Wenn ich deine Geschichten verfolge, fühle ich mich, als wäre ich selbst auf diesen Reisen.

    Zum Schluss möchte ich dir ein grosses Dankeschön sagen❤️

    • Liebe Mago,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es bedeutet mir sehr viel zu lesen, dass meine Geschichten dich begleiten und berühren. Dass du meine Reisen, Texte und auch die Videos so aufmerksam verfolgst und mich immer wieder so unterstützend begleitest, schätze ich ganz besonders. Genau dafür schreibe ich – für dieses stille Mitgehen und Dabeisein. ❤️
      Alles Liebe
      Irene

  3. Ganz wunderbar, wie und wozu du dich auf den Weg machst, Irene! Das kommt auch meiner Perspektive sehr nahe. Unterwegs sein bedeutet für mich weiter-und vorangehen, Chancen auf Weiterentwicklung und neue Erkenntnis, die eigene Perspektive erweitern und Unterschiede, ganz besonders die kleinen, wahrnehmen, also auch innehalten. Vordergründig scheinen meine Reisen auf abendländische Kultur und Kunst zu zielen, sie ist mir wichtig und wertvoll. Doch was wie Neugier und Lust auf intellektuelle Impulse aussieht, gerät doch immer zum mir wesentlichen und zentralen Vorteil: Herzens- also Persönlichkeitsbildung, die meinen Handlungsspielraum, mein Tun, Denken und Lassen, erweitert. Ich denke, ich verreise nicht, ich mache mich auf. Und wie mir scheint, bin ich damit nicht allein.

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